Seite 2: Darmstadt bleibt Darmstadt, auch unter Frings

Zumin­dest in dieser Partie ging dieses Kon­zept nicht auf. Denn da war ja noch der andere neue Trainer. Torsten Frings ging im Ver­gleich zu Hecking den umge­kehrten Weg: Eine, wie auch immer gear­tete, Frings-Taktik“ war nicht zu erkennen. Statt­dessen ließ er Darm­stadt spielen, was Darm­stadt in den ver­gan­genen Jahren stets spielte: ein kom­paktes 4 – 2‑3 – 1‑System, das auf Kampf­kraft und viele lange Bällen baute.

Nur im Detail ließen sich kleine Ände­rungen in der Spiel­struktur fest­stellen. Darm­stadt ver­tei­digte etwas tiefer, stand dafür aber wesent­lich enger als in der Hin­runde. Die Außen­spieler rückten weit ins Zen­trum ein. Darm­stadt spannte ein dichtes Netz über das Zen­trum, ließ dafür aber die Flügel eher offen. Sie drängten Glad­bach gera­dezu den Pass auf die Flügel auf.

Eine lange Saison für Glad­bach

Genau diese kleinen Ände­rungen machten den Glad­ba­chern große Pro­bleme. Wäh­rend Heckings eher flü­gel­ori­en­tiertes System in Wolfs­burg zumin­dest in den ersten Jahren funk­tio­nierte, hat es in Glad­bach mit einem fun­da­men­talen Makel zu kämpfen: Kein Stürmer steht für Flanken bereit. Glad­bach spielte gegen das enge Darm­städter Zen­trum viel hinten herum, Raum­ge­winn gelang ihnen nur über die Flügel – nur selten kamen sie jedoch vom Flügel aus in den Straf­raum. Ein Dilemma.

Ein wei­teres Dilemma zeigte sich spä­tes­tens nach der Pause. Durch die ange­spannte Per­so­nal­si­tua­tion konnte Hecking näm­lich kaum auf die Pro­bleme seiner Mann­schaft reagieren. Somit strahlte seine Mann­schaft nur selten Gefahr aus, wenn sie mal über den Flügel flach in den Straf­raum spielen konnten – und selbst dann war stets Darm­stadts Keeper Michael Esser zur Stelle. Am Ende stand es 0:0.

Nein, Hoff­nungen oder gar Träu­me­reien dürfte diese Partie bei den Glad­ba­cher Fans nicht wecken. Die Neu­jahrseu­phorie dürfte bei den meisten Fohlen-Fans sogar bereits ver­pufft sein. Zumal die ange­spannte Per­so­nal­si­tua­tion die Hoff­nung raubt, dass Hecking eine der zahl­rei­chen, in der Win­ter­pause erprobten tak­ti­schen Vari­anten aus­packt. Der Neu­jahrs-Kater, er ist spä­tes­tens jetzt da.