Seite 2: Was die Spitzenklubs eint

3. Aggres­sives Pres­sing ist wieder ange­sagt
Viele Bun­des­liga-Teams haben vor der Saison Trainer ver­pflichtet, die großen Wert legen auf ein aggres­sives Pres­sing. Trainer wie Marco Rose (Borussia Mön­chen­glad­bach), Oliver Glasner (VfL Wolfs­burg) und Achim Bei­er­lorzer (1. FC Köln) for­dern von ihren Teams bedin­gungs­loses Anlaufen des Geg­ners. 

In der Tat waren viele Spiele des ersten Spiel­tags geprägt von Ball­jagden und Zwei­kämpfen. Trafen zwei neu auf­ge­stellte Teams auf­ein­ander, so wie zwi­schen Köln und Wolfs­burg (1:2) oder Glad­bach und Schalke (0:0), war die Hatz des Geg­ners das vor­herr­schende Stil­ele­ment. Nachdem der Ball­be­sitz­fuß­ball in den ver­gan­genen Jahren immer stärker zunahm, ist der­zeit eine leichte Abkehr davon zu erkennen, zumin­dest im Mit­tel­feld der Liga.

4. Ball­be­sitz bleibt ein Thema – für die Spit­zen­klubs
Den­noch gab es auf über­ra­schend vielen Plätzen das klas­si­sche Favo­riten-Außen­seiter-Duell: Die eine Mann­schaft ließ Ball und Gegner laufen, das andere Team fokus­sierte sich auf die Defen­sive und Konter. Gleich sechs Teams hatten mehr als sechzig Pro­zent Ball­be­sitz vor­zu­weisen. Fünf dieser Teams wiesen bereits in der ver­gan­genen Saison die höchsten Ball­be­sitz-Werte auf: Borussia Dort­mund, Bayern Mün­chen, Bayer Lever­kusen, Werder Bremen und Hof­fen­heim.

Neu hin­zu­ge­stoßen in diese Gruppe ist RB Leipzig. Der neue Trainer Julian Nagels­mann möchte, dass sein Team das aggres­sive Pres­sing mit mehr Ball­be­sitz­an­teilen kom­bi­niert. Beim 4:0 gegen Union Berlin machte es ihnen vor allem der Gegner leicht, gerade das Ball­be­sitz­spiel lief noch nicht so, wie man es von Nagels­mann aus Hof­fen­heim gewohnt ist. Es bleibt abzu­warten, ob sich Leipzig unter den Ball­be­sitz-Teams der Liga eta­bliert.

5. Pader­born und Union Berlin berei­chern die Liga
Die beiden Auf­steiger machten am Wochen­ende Spaß – aber aus ganz unter­schied­li­chen Gründen. Der SC Pader­born begeis­terte mit seiner unbe­küm­merten Art, Fuß­ball zu spielen. Sie ver­steckten sich nicht gegen Lever­kusen, son­dern gingen vorne drauf, spielten pfeil­schnell nach vorne, setzten immer nach. Mit der knappen 2:3‑Niederlage gegen Lever­kusen setzte Pader­born ein Aus­ru­fe­zei­chen. Steffen Baum­gart bleibt seinem Hurra-Fuß­ball auch in Liga eins treu. Ob das für den Nicht­ab­stieg genügt, ist frag­lich. Bis dahin dürfte Pader­born aber noch einiges an Spek­takel bieten.

Union Berlin konnte gegen Leipzig nicht wirk­lich mit­halten. Freude gemacht hat ihr Auf­tritt trotzdem. Das Publikum sang, grölte, fei­erte die eigene Mann­schaft. Hier ist Bun­des­liga noch keine Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern ein Geschenk, das genossen wird. Hof­fent­lich auch in den 16 fol­genden Heim­spielen.