Seite 4: Zu wenig Titel für sein Talent

In seinen letzten Jahren in der Natio­nalelf war Podolski einer von denen, die den Nei­dern Anlass für Kritik gaben. Viele Leute unter­schätzen, was dazu­ge­hört, ein Tur­nier zu gewinnen“, ent­gegnet er. Da geht es nicht nur um das, was auf dem Platz pas­siert. Das Umfeld ist ganz wichtig, die Atmo­sphäre im Team, die Betreuer, der Ser­vice, das Essen. Die Leute sehen nur die 90 Minuten im Fern­sehen, aber alles muss passen.“ Und aus eben diesem Grund betrachtet Podolski das Tur­nier in Bra­si­lien als den Höhe­punkt seiner Kar­riere, obwohl er nur 53 Minuten spielte. Es gibt nichts Grö­ßeres, als Welt­meister zu sein, des­wegen war 2014 die Krö­nung“, sagt er. Es stimmt, dass ich nicht so viel gespielt habe, aber wie ich ja gerade erklärt habe, kommt es bei einem Tur­nier nicht nur auf die elf an, die auf dem Rasen stehen und die man im Fern­sehen sieht.“

Und darum ist Podol­skis Kar­riere rund und voll­endet. Zwar hält sich die Anzahl seiner Ver­eins­titel für einen Spieler seiner Klasse in engen Grenzen, aber nur zwei Fuß­baller haben öfter für Deutsch­land gespielt als er (Lothar Mat­thäus und Miroslav Klose) und nur zwei haben mehr Tore für Deutsch­land geschossen (Klose und Gerd Müller). Und was immer er nach seiner Kar­riere tun wird, er ist und bleibt Welt­meister.

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Ich weiß noch nicht, was ich mache, wenn ich mal mit dem Fuß­ball auf­höre“, sagt er. Auf jeden Fall werde ich den ganz nor­malen Alltag genießen. Mor­gens zum Bäcker gehen, dann die Kinder in die Schule bringen – ein ganz nor­males Leben.“

Ein ganz nor­males Leben

Viel­leicht ist Lukas Podolski der Ein­zige von uns allen, der wirk­lich ver­standen hat, dass Fuß­ball das Wich­tigste auf der Welt ist und gleich­zeitig keine Bedeu­tung hat – und dass da ein Zusam­men­hang besteht. Doch einmal, einmal nur sagt sogar er etwas Fal­sches. Ich habe mich nie ver­stellt, ich bin mir immer selbst treu geblieben“, erklärt Podolski. Das ist mir wichtig. Ich bin mit mir im Reinen und ich bin stolz auf das, was ich als Natio­nal­spieler geschafft habe. Es war mir eine Ehre.“

Nein, Poldi. Das stimmt nicht. Es war uns eine Ehre.