Kaum ein Thema erregt die Fuß­ball­öf­fent­lich­keit in so schöner Regel­mä­ßig­keit so sehr wie die Frage: Hand oder nicht Hand? Wobei das schon der erste Irrtum ist – das ent­schei­dende Kri­te­rium ist: Absicht oder nicht Absicht?



Man kann das in der ganzen Auf­re­gung schon mal ver­gessen, so wie Ottmar Hitz­feld als TV-Experte beim Cham­pions-League-Spiel der Bayern gegen Bor­deaux. Nachdem Michael Ciani im Straf­raum mit der Hand auf den Ball gestürzt war, dekre­tierte Hitz­feld: Klarer Elf­meter, Rote Karte dazu. Der Schieds­richter aber sah keine Absicht und ließ wei­ter­spielen.

Genau da liegt das Pro­blem. Die der­zei­tige Regel eröffnet dem Ermessen des Schieds­rich­ters zu viel Spiel­raum. Wann liegt Absicht vor? Welche Arm­be­we­gung ist unna­tür­lich? Wie schwierig die Ange­le­gen­heit ist, zeigt sich schon an der unter­schied­li­chen Aus­le­gung von offen­sivem und defen­sivem Hand­spiel. Bekommt der Ver­tei­diger den Ball an die Hand, wird zwi­schen natür­lich und unna­tür­lich unter­schieden; pas­siert das Gleiche einem Stürmer, wird er in der Regel zurück­ge­pfiffen.

Im Grunde hatte Hitz­feld Recht, weil Bor­deaux‘ Ver­tei­diger ein Tor ver­hin­dert hatte. Es soll nicht um Absicht oder nicht gehen, es geht darum, ob sich jemand per Hand einen Vor­teil ver­schafft. Das, und nur das, sollte das Kri­te­rium für die Bewer­tung eines Hand­spiels sein. Sonst pas­siert, was Hertha BSC vor sieben Jahren bei 1860 Mün­chen wider­fahren ist. Andreas Neu­en­dorf ver­suchte den Ball aus dem Straf­raum zu schlagen, traf dabei die flache Hand des Münch­ners Markus Schroth, und von da patschte der Ball ins Tor. Der Treffer zählte, dem Buch­staben des Gesetzes nach sogar zu Recht. Aber wie heißt das Spiel noch mal?