Kevin Kuranyi, haben Sie sich nach Ihrer Rück­kehr aus Russ­land schon wieder richtig in Deutsch­land ein­ge­lebt?
Ich stecke gerade noch mitten im Umzug, des­wegen fällt mir die Ein­ge­wöh­nung noch ein biss­chen schwer. Aber den­noch ist es schön, wieder hier zu sein, näher an den Freunden und der Familie, das habe ich schon sehr ver­misst. 

Gibt es auch etwas, das Sie an Moskau ver­missen?
Ich hatte in Moskau fünf wun­der­bare Jahre und kann nichts Schlechtes über die Stadt, meinen Klub oder meine Mit­spieler sagen. Aber das Gefühl von Heimat, die Men­schen um dich spre­chen deine Sprache, das Essen, der Duft in den Straßen, die Natur, das habe ich ein­fach ver­misst. Des­wegen bin ich froh, das Kapitel Moskau abge­schlossen zu haben. Es war ein­fach Zeit, wieder nach Hause zu kommen. 

Der­zeit halten Sie sich beim Viert­li­gisten 1. FC Saar­brü­cken fit, der Kon­takt kam über ihren Freund Felix Luz zustande.
Es war super, wie mich alle hier auf­ge­nommen haben. Ich habe seit meiner Rück­kehr aus­schließ­lich Ein­zel­trai­ning mit meinem Trainer gemacht. Als Felix mir vor­schlug, doch mal mit zum Trai­ning von Saar­brü­cken zu kommen, war ich total begeis­tert. End­lich mal wieder den Ball am Fuß zu haben, mit einer Mann­schaft zu trai­nieren, das ist schon ein Unter­schied zum Ein­zel­trai­ning.

Und konnten Sie Trainer Falko Götz über­zeugen, Sie für die kom­mende Saison zu ver­pflichten?
Am Anfang muss er zumin­dest geglaubt haben, ich sei ein Kuranyi-Dop­pel­gänger, weil mir so viele Bälle ver­sprungen sind. Aber nach zwei, drei Tagen war ich voll drin und hatte richtig Spaß. Dazu noch unter einem Trainer mit Bun­des­li­ga­er­fah­rung zu trai­nieren, das war schön. Ich habe mich gerade eben von der Mann­schaft ver­ab­schiedet. Uns war allen klar, dass ich hier nur eine Woche mit­trai­neren werde. Ich bin sehr dankbar, dass das alles so unkom­pli­ziert gelaufen ist. 

Ihr Name wird der­zeit bei jedem zweiten Bun­des­liga-Team gehan­delt. Ein mög­li­ches Enga­ge­ment bei Han­nover 96 ent­puppte sich als Medi­en­ente, mit dem FC Augs­burg scheint es da schon kon­kreter zu sein. Wie ist da der Stand der Dinge?
Der­zeit wird viel spe­ku­liert und ich tue gut daran, mich nicht an diesen Spe­ku­la­tionen zu betei­ligen. Nur so viel, es gab einige inter­es­sante Anfragen und auch einige Gespräche. Aber ich will mir die Dinge erstmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Die Trans­fer­phase ist noch sieben Wochen lang, da kann alles sehr schnell gehen.

Aber Ihr Ex-Kol­lege Halil Alt­intop vom FC Augs­burg hat schon mal ange­rufen, um den wun­der­baren Fuß­ball­standort Augs­burg anzu­preisen, oder?
Er hat sich tat­säch­lich ges­tern per SMS gemeldet. Aber er hat mich gefragt, wie es mir geht und wie meine Rück­kehr nach Deutsch­land war. Und nicht: Kommst Du zu uns?“ 

Und als nächstes erzählen Sie uns, dass er sich als Umzugs­helfer ange­boten hat.
Natür­lich hat er auch geschwärmt, wie schön es in Augs­burg ist. Aber das wusste ich auch schon vorher. (Lacht.) Ich hatte bisher keinen Kon­takt zu Augs­burg und Halil hat auch nicht ver­sucht sich ein­zu­schleimen. 

Was muss ein Verein eigent­lich mit­bringen, um Sie von einem Enga­ge­ment zu über­zeugen?
Ich bin 33 Jahre alt und nach fünf Jahren im Aus­land geht es mir nicht mehr ums Geld. Ich wün­sche mir einen Verein, der sport­li­chen Erfolg möchte und eine klare Idee hat. Wenn die Stadt drum­herum auch noch schön ist, ist das sicher kein Nach­teil.