Seite 2: „Weit über dem Durchschnitt“

Real Madrid ist die erste Etappe in Iscos Kar­riere, die steinig ver­läuft, bei der er nicht auf Anhieb her­aus­ragt, auch das eine Par­al­lele zu Götze und Bayern Mün­chen. Bis dahin war alles von Leich­tig­keit, das Leben schmeckte süß, so süß, wie es nur für jemanden aus Arroyo de Miel schme­cken kann. Arroyo de Miel heißt über­setzt Honig­fluss.

Iscos Lauf­bahn, ein ein­ziger Honig­fluss. 

Ein Spieler, wegen dem man Ein­tritts­karten kauft

Im Stadt­teil von Ben­al­má­dena, einem anda­lu­si­schen Städt­chen nahe Malaga, begann er mit dem Fuß­ball, als Fünf­jäh­riger, obwohl die Fuß­ball­schule als Ein­tritts­alter min­des­tens sechs Jahre vor­schrieb. Die Genia­lität und das Durch­ein­ander, dass er stiften konnte, machten aus ihm einen Jungen weit über dem Durch­schnitt. Man sah sofort, dass er ein Stra­ßen­fuß­baller war. Wir merkten, dass wir es mit einem anderen Fuß­baller zu tun hatten, einen, wegen dem man später Ein­tritts­karten kaufen würde“, sagt Juan Bañasco, Iscos erster Trainer.

Als 14-Jäh­riger zog Isco von zu Hause aus ins ange­se­hene Jugend­in­ternat des FC Valencia, um seinen Traum vom Pro­fi­fuß­ball zu ver­wirk­li­chen. Anpas­sungs­schwie­rig­keiten hatte er keine, wie in Ben­al­má­dena gehörte er auch in Valencia zu den Besten.

Belohnt wurden seine Auf­tritte mit regel­mä­ßigen Beru­fungen für die spa­ni­sche Natio­nal­mann­schaft, von der U 16 an gehörte er in jedem Jahr­gang unun­ter­bro­chen der Sel­ección an. Inter­na­tional machte er zum ersten Mal bei der U21-EM 2013 auf sich auf­merksam, die er mit Spa­nien gewann. Im glei­chen Jahr wurde er zum besten Nach­wuchs­spieler Europas gewählt. Da spielte Isco längst wieder in der Heimat, beim FC Malaga, der damals noch von einem ara­bi­schen Investor unter­stützt wurde.

Wechsel nach Madrid war eine logi­sche Kon­se­quenz

In der Cham­pions League wurden er und der anda­lu­si­sche Klub erst im Vier­tel­fi­nale von Borussia Dort­mund gestoppt, aber der junge Regis­seur hatte alle ver­zau­bert auf dem Weg dorthin. Der Wechsel nach Madrid erschien als die einzig logi­sche Kon­se­quenz. Dass Isco mit 21 wohl noch zu jung war für einen Klub vom Ausmaß Reals – geschenkt.

Unter Carlo Ance­lotti spielte er ja auch, nur eben nicht mehr so gut. Im ersten Finale gegen Atle­tico vor zwei Jahren wurde er nach einer Stunde ein­ge­wech­selt. Isco erzählte später, dass er die Nacht zuvor kaum geschlafen und bis fünf Uhr wach­ge­legen hatte, so nervös sei er gewesen. Schwer vor­zu­stellen, dass sich das wie­der­holt. Die Chancen, dass er am Sonn­abend länger spielt als 2014 sind äußerst gering.