1.
Herz der Sonne

Lars Els­trup war einst ein her­aus­ra­gender däni­scher Fuß­baller. 1991 ret­tete er mit seinen Toren Luton Town vor dem Abstieg, 1992 wurde er Euro­pa­meister. Doch dann trat er der Sekte Solens Hjerte“ („Herz der Sonne“) bei. Els­trup änderte seinen Namen in Dar­ando“, was so viel heißt wie Fluss, der ins Meer fließt“, und zog mit 20 Jün­gern auf die Insel Fünen. Später wurde er aus der Sekte geworfen, weil er sich in der Fuß­gän­ger­zone in ein Seil ein­ge­wi­ckelt hatte und Schul­jungen Kunst­stücke mit seinem Penis vor­führte. Das wahre Gesicht der Sekte hatte Els­trup da schon erkannt: Sie sind unmensch­lich, und sie haben sogar Devi, meinen Dach­s­hund, gestohlen. Ich werde vor dem Euro­päi­schen Gerichtshof klagen!“

2.
Hare Krishna

Mil­jenko Kovacic been­dete 1998 seine Kar­riere, als Mit­glied der Hare Krishna hatte er die ver­der­bende Wir­kung des schnöden Mam­mons erkannt: Geld ist die Wurzel allen Übels.“ Die Ver­ant­wort­li­chen seines Klubs Brecia Calcio ver­suchten ihn zwar zur Rück­kehr zu über­reden, doch sie hatten keinen Erfolg. Kovacic ließ den Funk­tio­nären aus­richten: Ich möchte beten, Felder pflügen und Kühe melken. Mein Groß­vater wird mir dabei helfen.“

3.
Sie­benten-Tags-Adven­tist

Gott ist mehr wert als zehn Mil­lionen Dollar“, sagte Carlos Roa vom RCD Mal­lorca, nachdem ihm ein Angebot in eben dieser Höhe von Man­chester United vor­ge­legt wurde. Wenige Wochen später trat Roa den Sie­benten-Tags-Adven­tisten“ bei und been­dete seine Kar­riere. Haupt­grund: Die Sekte hält den Samstag für heilig. Neben­grund: Roa glaubte, dass die Welt am 31. Dezember 1999 unter­gehen würde. Irgend­wann um den 1. Januar 2000 herum ent­schied er sich, wieder Fuß­ball zu spielen.

4.
Ver­schwö­rungs­theo­re­tiker

Auf­grund einer rheu­ma­ti­schen Arthritis musste Coventry-City-Tor­hüter David Icke seine Kar­riere schon mit 21 Jahren beenden. Er wurde Reporter für die BBC und wid­mete sich der Zug­be­ob­ach­tung („Train­spot­ting“). Nach einem Treffen mit dem Medium“ Betty Shine stellte er eine Reihe von argu­men­tativ gut unter­füt­terten Theo­rien auf: Er selbst sei der wahr­haf­tige Sohn Gottes und seine Frau ein Engel. Dar­über hinaus werde die Welt von blut­saugenden Rep­ti­lien in Men­schen­ge­stalt regiert. George Bush, Hil­lary Clinton, Henry Kis­singer, sogar Sänger Kris Kristoff­erson: alle Rep­ti­lien.

5.
Pro­tes­tant

Der bra­si­lia­ni­sche Keeper Claudio Taf­farel war auf dem Weg zur Ver­trags­un­ter­zeich­nung in Empoli, als er Gott traf. Auf der Autostrada 1 hatte sein BMW einen Motor­schaden. Taf­farel erkannte die Havarie als ein­deu­tiges Zei­chen von ganz oben: Gott wollte, dass ich meine Kar­riere beende – wie das Auto.“ Gott wollte dann außerdem noch, dass Taf­farel ein Restau­rant eröffnet – ER und er ent­schieden sich später aller­dings um: Taf­farel wurde Tor­wart­trainer und dann Spie­ler­ver­mittler.