Es war ein Frei­tag­abend, Anfang März 2017. In der 82. Minute machte Damir Krei­lach das 2:0 gegen die Würz­burger Kickers, das Spiel war ent­schieden, die drei Punkte blieben in Köpe­nick. Union befand sich auf dem zweiten Platz der zweiten Liga und die Fans erkannten: Scheiße…wir steigen auf“. So stand es auf einem Banner, schwarz auf weiß. Doch am Ende wurden sie nur Vierter. Zum his­to­ri­schen, ersten Bun­des­liga-Auf­stieg reichte es nicht.

Wirk­lich böse waren die Fans aller­dings kaum, so man­chem war die zweite Liga zu diesem Zeit­punkt gar lieber. Eine Ansicht, die in Teilen der Fan­szene auch heute noch geteilt wird, frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss“. Aber von diesem kann“ waren die Köpe­ni­cker in dieser Saison nicht weit ent­fernt. Ein Tor fehlte am Ende in Bochum.

Wie eine Schwan­ger­schaft

Nun also Rele­ga­tion. Wir sind der krasse Außen­seiter“, sagte Unions Kapitän, Chris­to­pher Trimmel, im Vor­feld und Trainer Urs Fischer wusste, dass der Druck bei den Stutt­gar­tern größer als bei ihnen selbst sei. Druck, den man ein­fach ins Schwa­ben­land schieben wollte? 

Wenn man so dicht davor is, dann will man dit schon schaffen. Aber ick hab dit schon gegen Bochum jesagt – dat mit dem Auf­stieg is wie ne Schwan­ger­schaft: Et jibt Gründe, die dafür­spre­chen und welche dajegen. Aber Druck? Ham wa nich“. Es ist 19 Uhr, die alte Förs­terei öffnet die Pforten, der Verein lädt zum Public Viewing ein. Gegen Bochum ver­sam­melte man sich noch vor dem Sta­dion, doch schnell stellte sich heraus, dass der Platz dort ein­fach zu klein war.