Herr Hitz­feld, wie war’s beim Golf­spielen?
Super, aber die Sonne stand in der Früh schon recht hoch, bei der Hitze haben wir mit­tags auf­ge­hört. Für gewöhn­lich spiele ich länger, ich bin gern draußen auf dem Grün. Warum auch nicht, ich habe ja Zeit (lacht).

Ver­spüren Sie wäh­rend der EM keine Lust, wieder als Trainer zu arbeiten und eine Mann­schaft zu über­nehmen?
Ich ver­folge alles sehr inter­es­siert, schaue viele Spiele. Der Fuß­ball wird mich nie los­lassen, aber noch mal als Trainer arbeiten? Ich denke nicht. Ich habe mich vor zwei Jahren für das Kar­rie­re­ende ent­schieden und dabei will ich es auch belassen.

Viele Ihrer frü­heren Kol­legen sehen das anders. Bei der EM sind elf der 24 Trainer älter als 60 Jahre, im Gegen­satz zur Bun­des­liga, wo immer stärker auf junge Trainer gesetzt wird. Woran liegt der hohe Alters­durch­schnitt der EM-Trainer Ihrer Ansicht nach?
Natio­nal­trainer sind im Schnitt immer älter. Für den Job bei einer Aus­wahl muss man sich qua­li­fi­zieren, man braucht schon ein paar Leis­tungs­nach­weise. Refe­renzen, die man sich durch Erfolge mit seinen Klubs erar­beitet hat. Ehe man die zusam­menhat, ver­gehen etliche Jahre.

Hatten Sie das Gefühl, dass das für die Spieler auch von Bedeu­tung ist? Dass da als Natio­nal­trainer einer stehen muss, der etwas vor­zu­weisen hat?
Ja, das ist so. Das lässt sich auch nicht weg­dis­ku­tieren – bei Natio­nal­mann­schaften noch stärker als bei Klub­teams. Als Aus­wahl­trainer hast du mit den Besten des Landes zu tun, die haben meist einen aus­ge­prägten Cha­rakter und eigene Ideen. Da hilft es schon, wenn du den Spie­lern sagen kannst: Wir machen das jetzt so und so, weil ich damit schon mal Erfolg hatte.“

Junge Trainer mit einem klaren Kon­zept hätten es als Natio­nal­trainer schwerer?
Am Ende muss alles stimmen. Natür­lich brauchst du auch ein Kon­zept, mit dem sich die Spieler iden­ti­fi­zieren können. Erfah­rung allein reicht nicht. Aber sie hilft unge­mein. Gerade wäh­rend so langer Tur­niere wie einer Euro­pa­meis­ter­schaft oder Welt­meis­ter­schaft, wo viele Pro­bleme ent­stehen können.