Seite 2: Zahavi trat einem Zuschauer in den Magen

In der fol­genden Saison gelang Zahavi ein sen­sa­tio­nelles Fall­rück­zie­hertor in der Cham­pions League bei Olym­pique Lyon, und spä­tes­tens jetzt wurden auch Ver­eine aus großen Ligen auf ihn auf­merksam. Er wech­selte 2011 nach Palermo, doch in der Serie A kam er nicht zurecht. Schon im Januar 2013 kehrte er in seine Heimat zurück und schloss sich Mac­cabi Tel Aviv an. Aus­ge­rechnet im Derby gegen seinen Stamm­verein Hapoel gelang ihm ein Hat­trick, den er genüss­lich mit der Pis­to­len­geste fei­erte. Diese Pro­vo­ka­tion führte zu dem erwähnten Zwi­schen­fall im November 2014, als ein Hapoel-Hoo­ligan mit nacktem Ober­körper auf den Rasen lief, um Zahavi anzu­greifen. Der Spieler wich keinen Schritt zurück, son­dern trat dem Zuschauer unge­rührt in den Magen. Dafür zeigte ihm der Schieds­richter die Rote Karte, was zu anhal­tenden Pro­testen der Mac­cabi-Spieler führte. Wäh­rend der Unter­bre­chung liefen immer mehr Fans auf den Rasen, dann Poli­zisten. Zwanzig chao­ti­sche Minuten später brach der Referee die Partie ab. 

Es wäre zu ein­fach, Zahavi als ego­is­ti­schen Skan­dal­spieler zu betrachten. Er ist der Erste, der zum Trai­ning kommt, und der Letzte, der geht. Er schießt nicht nur Tor um Tor, son­dern arbeitet auch nach hinten und tut alles für sein Team. Doch als sich vor zwei Jahren Dragan Sto­j­kovic, der Trainer von Guang­zhou R&F, bei ihm mel­dete, da ließ er Mac­cabi wissen, dass er nie wieder für den Klub spielen werde, wenn man ihm den Wechsel nach China ver­baue. 

Man­chen macht das Angst. Ich bewun­dere es“ 

Er ist unser wich­tigster Mann und der beste Spieler der Liga“, sagte Sto­j­kovic kürz­lich einer israe­li­schen Zei­tung. Er ist der erfolg­reichste Tor­schütze und benimmt sich vor­bild­lich. Durch seine Lei­den­schaft treibt er das ganze Team an. Ich habe mich damals nicht getäuscht, als ich einen Spieler holte, den in China nie­mand kannte. Ich habe ihn zum größten Star der Liga gemacht.“

Akkli­ma­ti­sie­rungs­pro­bleme hatte Zahavi nie, viel­leicht weil er so etwas wie See­len­ver­wandte gefunden hat. Wenn die Chi­nesen sich etwas in den Kopf setzen, dann ziehen sie es mit aller Macht und allen Res­sourcen durch“, sagt er. Man­chen macht das Angst. Ich bewun­dere es.“ Ein wenig muss er seinen Ehr­geiz den­noch zügeln, denn sein Klub hatte bisher kaum eine Chance gegen den Giganten Guang­zhou Ever­grande. Doch wer weiß? Die neue Saison begann mit dem Derby. R&F siegte über­ra­schend mit 5:4 beim Rivalen. Zahavi schoss drei Tore und berei­tete eines vor.