11FREUNDE WIRD 20!

Kommt mit uns auf eine wilde Fahrt durch 20 Jahre Fuß­ball­kultur: Am 23. März erschien​„DAS GROSSE 11FREUNDE BUCH“ mit den besten Geschichten, den ein­drucks­vollsten Bil­dern und skur­rilsten Anek­doten aus zwei Jahr­zehnten 11FREUNDE. In unserem Jubi­lä­ums­band erwarten euch eine opu­lente Werk­schau mit unzäh­ligen unver­öf­fent­lichten Fotos, humor­vollen Essays, Inter­views und Back­s­tages-Sto­­ries aus der Redak­tion. Beson­deres Leckerli für unsere Dau­er­kar­ten­in­haber: Wenn ihr das Buch bei uns im 11FREUNDE SHOP bestellt, gibt’s ein 11FREUNDE Notiz­buch oben­drauf. Hier könnt ihr das Buch be­stellen.

Außerdem prä­sen­tieren wir euch an dieser Stelle in den kom­menden Wochen wei­tere spek­ta­ku­läre Repor­tagen, Inter­views und Bil­der­se­rien. Heute: Als Tony Hib­bert end­lich für den FC Everton traf.

11 Freunde Das große 11 Freunde Buch Kopie

Die Emp­fangs­halle des FC Everton ist eigent­lich nur ein win­ziger Durch­gangs­raum. Bis auf einen sil­bernen Pokal hinter einer Scheibe schim­mert hier, im Erd­ge­schoss des glor­rei­chen Sta­dions Goodison Park, nir­gendwo der Gla­mour des eng­li­schen Pro­fi­fuß­balls durch. Ein Bau­ar­beiter von der Straße schlen­dert durch die Drehtür zum Klo, ein Bäcker rem­pelt eine Art Tee­wagen über den Lin­ole­um­boden, ein Jugend­be­treuer im Trai­nings­anzug gam­melt vor dem Fern­seh­gerät herum.

Dann steht ein Mann mit kleiner, aber durch­trai­nierter Statur im Ein­gang, die dun­kel­grüne Herbst­jacke bis zum obersten Knopf geschlossen. Er nickt aus­druckslos in die Runde und könnte pro­blemlos für den Pförtner gehalten werden. Hey, mate! – What’s up, Tony? Dieser Tony schreitet durch den Raum, und wie es so ist, ver­raten die Bewe­gungen immer die ehe­ma­ligen Fuß­baller, die kurzen Trip­pel­schritte, der leicht vor­ge­beugte Ober­körper.

265 Spiele für Everton – nie ein anderer Klub

Tony Hib­bert hat 265 Spiele in der ersten eng­li­schen Liga absol­viert, tau­send Mal trai­niert, aber­tau­sende Trip­pel­schritte gemacht – und jeden ein­zelnen für den FC Everton. Im Jahr 1990 trat er dem Klub als Kind bei, im Jahr 2001 bestritt er sein erstes Spiel für die Profis, und im Jahr 2016 been­dete er hier seine Kar­riere. Ein Klub, ein gesamtes Fuß­bal­ler­leben lang. Hib­bert fühlt sich hier im schmuck­losen Durch­gangs­raum wohl, er kennt sie alle, egal ob sie Trai­nings­anzug oder Bau­stel­len­weste tragen, und sie kennen ihn. Hibbo is a legend.

Einen Wechsel brachte ich nie übers Herz“ – zum Inter­view mit Tony Hib­bert »>

Er muss dann auch gleich allen erklären, was dieses deut­sche Magazin von ihm will. Sie schreiben etwas über mein Tor“, sagt er. Und von der Seite kommt post­wen­dend: Oh, von wel­chem?“ Der ganze Raum grinst, Hib­bert mit ihnen. Jede Legende hat auch hier das Recht darauf, ordent­lich ver­arscht zu werden. Denn Hib­bert hat nur ein ein­ziges Tor in seiner Kar­riere geschossen. In 329 Pflicht­spielen, inklu­sive Pokal. Er kam nur ein wei­teres Mal in die Nähe, ein Pfos­ten­treffer, der von den Fans wie ein Welt­wunder gefeiert wurde. Als Hib­bert über zehn Jahre hinten rechts in Ever­tons Mann­schaft alles abge­räumt hatte, ver­selb­stän­digte sich seine Tor­flaute zum Mythos.

Die Fans pil­gerten zu jedem Spiel, denn ein Fern­bleiben hätte fatale Folgen haben können. Was, wenn Hib­bert heute trifft, und du bist nicht im Sta­dion? Oder eine andere simple Frage: Was machen wir eigent­lich, wenn Hib­bert mal trifft? Die Ant­wort pin­selten die Fans auf ein Banner und hängten es im Sta­dion auf: When Hibbo scores, we riot. Wenn Hib­bert trifft, rasten wir aus. Vor der Saison 2012/13 bestritt Everton ein Test­spiel gegen AEK Athen, es sollte ein ganz nor­males Vor­be­rei­tungs­spiel werden, bestimmte Trainer David Moyes. Der Verein aber gab es als Tes­ti­mo­nial, als Jubi­lä­ums­spiel für Tony Hib­bert aus, nach zehn Jahren treuer Dienste für Everton. Ein lau­warmer August­abend, ein inter­na­tio­naler Gegner, im Goodison Park knipsten sie das Licht an. Es wurde ein denk­wür­diges Spiel.