Seite 2: Be A Womaniser

6.
Schlimme Krämpfe, Durch­fall? Gehörten von da an in der Regel der Ver­gan­gen­heit an. Statt Magen­darm­trakt durfte von nun an des Eiches Leber zeigen, aus wel­chem Holz sie geschnitzt war. Denn: Wenn wir ein sehr gutes Spiel gemacht haben, fahre ich nach Hause und trinke kein Wein und kein Pils, dann trinke ich einen schönen Whiskey-Cola.“ Angeb­lich bekommt man im VIP-Bereich des Rekord­meis­ters schon seit einigen Jahren diese Mischung gereicht, wenn man die magi­schen Worte Einen Ger­land-Drink, bitte“ aus­spricht.

7.
Von einem fünf­jäh­rigen Test­ballon als Trainer in Nürn­berg, Bie­le­feld und Ulm mal abge­sehen, gehört Ger­land seither zum Inventar beim FC Bayern, und hat in seiner Rolle als Co-Trainer, Nach­wuchscoach und Scout schon eine Menge Wasser die Isar run­ter­fließen sehen. Nicht immer blieb die Bezie­hung des Ruhr­pott­lers mit den schnieken Süd­deut­schen frei von Kon­flikten. Weil er früher nur selten ohne seine geliebten Bir­ken­stock-San­dalen anzu­treffen war, bet­telte Uli Hoeneß, kurz bevor er seinen Ange­stellten nach Kolum­bien schickte, um dort einen gewissen Adolfo Valencia zu beob­achten: Her­mann, flieg bitte nicht in deinen Bir­ken­stock-Lat­schen. Ich bezahle dir auch die Schuhe!“ Ger­land saß schließ­lich schwer schwit­zend in Anzug, Kra­watte und Lack­schuhen zwi­schen kurz­be­hosten Süd­ame­ri­ka­nern auf der Tri­büne. Fazit: Einmal und nie wieder.“

8.
Ger­lands Fähig­keiten, talen­tierte Nach­wuchs­ki­cker zu erkennen und sie sat­tel­fest für die große weite Welt der Profis zu machen, sind legendär. Woran erkennen Sie ein Talent?“, wurde der Trainer einst gefragt und Ger­land ant­wor­tete: Der liebe Gott hat mir ein Auge dafür gegeben. Ich kann übri­gens auch für meine Frau ein­kaufen gehen und hin­terher bekommt sie Kom­pli­mente dafür. Und einmal saß ich mit ihr vor dem Fern­seher und fragte sie: Was fällt dir an Kai Pflaume auf? Wahr­schein­lich fällt es auch sonst nie­mandem auf, aber Pflaume fehlt eine Fin­ger­kuppe.“ Wieder was gelernt.

9.
Seinen viel­leicht bekann­testen, weil besten Schütz­ling, Philipp Lahm, ver­suchte Ger­land einst hart­nä­ckig auf Leih­basis bei einem anderen Klub zu parken, doch selbst der dama­lige Glad­bach-Trainer Hans Meyer wollte den spä­teren Welt­meister nicht beschäf­tigen. Ein anderer Amts­kol­lege for­derte von Ger­land gar sein Fahrt­geld zurück, nachdem er Lahm im Trai­ning beob­achtet hatte. Der Tiger damals zu seiner Gattin: Gudrun, wenn das kein Super­spieler wird, gebe ich meine Lizenz zurück und werde Was­ser­ball­trainer.“

10.
1999, noch als Trainer von Arminia Bie­le­feld, erfüllte sich Ger­land einen lang gehegten Traum und begann auf seinem Bau­ernhof in der Nähe von Gütersloh mit der Zucht von Tur­nier­pferden. Ger­land: Das ist meine größte Lei­den­schaft nach dem Fuß­ball und meiner Frau.“ Zwei seiner Zucht­gäule ver­kaufte der Bochumer später an Tier­freund Thomas Müller. Ob der ähn­lich kreativ ist wie sein frü­herer sport­li­cher Zieh­vater, wenn es um die Ver­gabe von aus­ge­fallen Pfer­de­namen geht? Eine kleine Aus­wahl: Fan­dango G, Coconut Cho­co­late, Sando Khan 65, Blue Danube, Erdinger, Fürs­ten­berg 13, und der abso­lute Favorit der 11FREUNDE-Redak­tion: Be A Woma­niser.