Michael Ren­sing, für Lukas Podolski war die Zeit bei den Bayern in seiner erfolg­rei­chen Kar­riere ein Bruch. Wie haben Sie ihn als Team­kol­lege beim FCB erlebt?

Michael Ren­sing: Er war bei Bayern so wie er hier auch ist. Sicher, die Zeit in Mün­chen war nicht leicht, weil Mün­chen ein­fach ein anderes Pflaster ist. Aber ich habe ihn des­wegen nie län­ger­fristig frus­triert erlebt.

Haben Sie Ihm den­noch ab und an seine Unzu­frie­den­heit ange­merkt?

Michael Ren­sing: Er ist ein Typ, der sich nie hängen lässt. Mag sein, dass seine gute Laune, die er natur­gemäß ver­sprüht, an machen Tagen auch mal auf­ge­setzt war. Wer will es ihm ver­denken? Wenn es sport­lich nicht läuft, kann es privat noch so gut sein, dann ist man nicht voll­ends glück­lich. Das spreche ich aus Erfah­rung.

In Köln sollte man, bei den Bayern muss man jedes Spiel gewinnen. Hat ihn das am Anfang über­for­dert?

Michael Ren­sing: Ich glaube nicht. Das wird bei FC Bayern gleich­mäßig auf andere Schul­tern ver­teilt. Es gab ja damals noch andere Spieler, die wesent­lich mehr im Fokus standen. Oliver Kahn hat noch gespielt, da gab es Leute, die noch mehr Ver­ant­wor­tung getragen haben. Natür­lich sind es andere Ziel­vor­gaben als in Köln, aber ich glaube, dass es nie ein Thema für ihn gewesen ist. Wenn er sich wohl fühlt mit dem, was er tut, bringt Lukas immer seine Leis­tung.

Ist der Druck in Köln nicht genauso groß wie in Mün­chen – spe­ziell für ihn?

Michael Ren­sing: Hier ist er Poldi“, der Spieler und die Figur des 1. FC Köln. Und beim FC wird er von jedem Fan und jedem Bürger geliebt. In der Mann­schaft ist er unum­stritten. Das ist sport­lich eine ganz andere Vor­aus­set­zung.

Wie sehr braucht er selbst als Kapitän noch Füh­rung?

Michael Ren­sing: Die Füh­rungs­spieler ver­su­chen ihm unter die Arme zu greifen, das wäre für ihn alleine sonst eine große Last. Auch in Köln sind die Anfor­de­rungen nun einmal so, dass Erfolg nur über meh­rere starke Schul­tern funk­tio­niert.