Steve McClaren, Sie waren drei Jahre lang Assis­tent von Man­chester United-Trainer Alex Fer­guson. Stimmt es, dass er Ihnen geraten hat neue Arbeit­geber nach den Prä­si­denten aus­zu­wählen?

Er hat mir gesagt: »Schau Dir die Men­schen an, die den Verein führen. Und ent­scheide dann.« Er hatte Recht. Die Basis für eine erfolg­reiche Zusam­men­ar­beit ist eine posi­tive Ver­bin­dung zu den Men­schen, die im Verein das Sagen haben.



Worauf achten Sie also bei Ver­hand­lungen?

Meine Vor­stel­lungen, meine Träume und meine Ziele habe ich schon, bevor ich einen Ver­trag unter­schreibe. Aber ich brauche Men­schen, die mir auch die Mög­lich­keit geben, in ihren Ver­einen meine Arbeit umzu­setzen.

Sie beschreiben Alex Fer­guson als Kata­ly­sator für Ihre Trai­ner­kar­riere. Wie muss man sich Ihre Zusam­men­ar­beit vor­stellen?

Alex Fer­guson ist Man­chester United und Man­chester United ist Alex Fer­guson. Er ist der God­fa­ther dieses Klubs. Als ich 1998 dazu stieß, war United längst eine nahezu per­fekt funk­tio­nie­rende Maschine. Alles in diesem Verein war im Fluss und ich musste Sir Alex nur noch dabei unter­stützen, das Ganze in Bewe­gung zu halten.

Hört sich nach einem ent­spannten Job an.

Von wegen. Die ersten sechs Monate waren extrem hart, ich musste arbeiten wie ein Pferd. Fer­guson hat mir alle Frei­heiten gelassen, das bedeu­tete aber auch, dass ich als Neu­ling gleich das Trai­ning leiten musste. Das ist viel Arbeit.

Zumal Sie sich den Respekt der Super­stars erar­beiten mussten?

Unter anderem.

Wie ist Ihnen das gelungen?

Gute Frage, ich weiß es nicht. Ich bin ein­fach auf den Platz gegangen und habe ange­fangen zu coa­chen. Nach vier Jahren als Co-Trainer unter Jim Smith bei Derby County hatte ich eine gewisse Erfah­rung in der täg­li­chen Arbeit und der Kom­mu­ni­ka­tion mit den Spie­lern. Aber in Man­chester musste ich mich so schnell wie mög­lich eta­blieren, sonst wäre das Pro­jekt geschei­tert. Diese ersten Monate waren eine schwere Prü­fung.

Wie sah das Feed­back von Alex Fer­guson aus?

Er hat nie zu mir gesagt: »Steve, du machst aber einen tollen Job!«, oder »Steve, was machst du für einen Bull­shit?« Das musste er auch gar nicht. Er hat ein­fach gespürt, ob ich meine Arbeit kor­rekt erle­dige. Davon abge­sehen: Wäh­rend meiner Zeit in Man­chester stand die Arbeit des Trai­ner­teams nie zur Debatte.

Wieso das denn?

Wir waren ein­fach zu erfolg­reich.