Robert Pirès, wie ver­är­gert sind Sie, dass Freddie Ljung­berg hier in Indien auf­grund seiner Ver­gan­gen­heit als Unter­wä­sche-Wer­be­star viel bekannter ist als Sie?
Robert Pirès: (lacht) Ach, das ist schon ok. Er ist halt nicht nur Fuß­baller wie ich, son­dern auch ein Model und hat damit hier in Indien ein­fach mehr Visi­bi­lity“. Das freut mich für ihn. Aber man sollte nicht ver­gessen: Er war und ist immer noch ein sehr guter Fuß­baller. Es ist schon lustig, wir haben fünf Spiel­zeiten bei Arsenal zusam­men­ge­spielt und jetzt spielen wir aus­ge­rechnet in Indien gegen­ein­ander. Er für Mumbai, ich für Goa.

Wie gefällt Ihnen Indien?
Freddie Ljung­berg: Es ist ein wun­der­schönes Land. Natür­lich alles sehr anders, als da wo wir her­kommen, aber ein Auf­ent­halt hier bringt einen auch weiter in der eigenen per­sön­li­chen Ent­wick­lung.
Pirès: Es ist ein tolles Gefühl, hier zu sein. Die Men­schen sind sehr hilfs­be­reit. Keine Ahnung, ob sie zu mir beson­ders freund­lich sind oder ob das hier ein­fach normal ist. Wir sind für drei Monate hier, da ist es natür­lich schön, wenn man mit den Men­schen gut zurecht­kommt.

Indien ist auch ein Land der enormen Gegen­sätze…
Ljung­berg: Man sieht hier Dinge, die man sich nie hat vor­stellen können. Die Leute waren zu mir bisher alle sehr nett, aber wenn man die Armut sieht, in der manche Men­schen leben, dann berührt das die Seele sehr. Man weiß gar nicht, was man machen soll.

Was ist Ihre Rolle in der neuen Hero Indian Super League“?
Pirès: Für Indien ist diese Liga bzw. dieses Tur­nier sehr wichtig, eine große Chance. Ich bin hier, um den Fuß­ball im Land vor­an­zu­bringen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ich bin eine Art Lehrer und es gibt viele gute Schüler. Auf dem Platz muss ich nie­mandem mehr etwas beweisen, ich habe lange in Europa gespielt und in meiner Natio­nal­mann­schaft. In Indien will ich zusammen mit neuen Part­nern den Fuß­ball genießen.
Ljung­berg: Wir inter­na­tio­nalen Spieler spüren hier durchaus große Ver­ant­wor­tung. Auf dem Platz helfen wir unseren indi­schen Mit­spie­lern, wenn es darum geht cle­verer zu spielen. Nicht in den ersten 20 Minuten wahn­sinnig rennen und danach das Spiel aus der Hand geben und solche Sachen, klei­nere tak­ti­sche Ver­bes­se­rungen etc. Ansonsten geht es ganz gene­rell um die Zukunft des indi­schen Fuß­balls. Wir spielen hier nur bis Dezember, aber unsere Ver­pflich­tung Indien gegen­über geht über diesen Zeit­raum hinaus. Jetzt geht es vor allem darum, Auf­merk­sam­keit für den Fuß­ball zu erzeugen.