Der Posten des ita­lie­ni­schen Natio­nal­coa­ches ist einer der unsi­chersten im Welt­fuß­ball. Allein in den 16 Jahren, die Joa­chim Löw nun als Assis­tent oder Chef die DFB-Aus­wahl betreut, saßen acht ver­schie­dene Trainer auf diesem Schleu­der­sitz. 

Doch der rasche Wandel auf der Bank der Squadra Azzurra hat eine viel län­gere Tra­di­tion. Er begann damit, dass der berühmte Vit­torio Pozzo seinen Job nach mehr als 18 Jahren Amts­zeit und zwei WM-Titeln nie­der­legte. Wir reden hier also vom Jahr 1948.

Miss­lun­gene Expe­ri­mente

Im Jahr­zehnt nach Pozzo ver­suchte es der Ver­band zuerst mit ver­schie­denen Trai­ner­kol­lek­tiven, um die Last auf meh­rere Schul­tern zu ver­teilen. Das Quar­tett, das den Anfang machte, hielt sich immerhin 14 Monate – aber schon das Trio, das darauf folgte, kam nur auf ein halbes Jahr im Amt. Der erste Mann, der wieder allein­ver­ant­wort­lich war (Giu­seppe Viani) ging 1960 nach absolut rekord­ver­däch­tigen 67 Tagen. 

Und als die WM 1966 für Ita­lien zu einem totalen Desaster geworden war, instal­lierte man eine so genannte tech­ni­sche Kom­mis­sion“. Sie bestand aus zwei Män­nern, von denen einer der legen­däre Trai­ner­fuchs Helenio Her­rera war. Sein Ruhm nutzte ihm nicht: Das Expe­ri­ment endete schon vier Spiele später.

Geän­dert hat sich seitdem nicht viel. Bei den acht Welt­meis­ter­schaften von 1990 bis 2014 wurde Ita­lien von sieben ver­schie­denen Trai­nern betreut, und die Serie setzte sich 2018 nur des­wegen nicht fort, weil Gian Piero Ven­tura die Qua­li­fi­ka­tion ver­murkste.