Seite 2: Der Investor ist ein Wiederholungstäter

Garcia de la Vega ist kein Unbe­kannter im euro­päi­schen Fuß­ball. Und den besten Ruf hat er auch nicht. NRC“ fand heraus, dass er in Mexiko seine Lizenz als Spie­ler­ver­mittler ver­loren hat. In Spa­nien ver­suchte er den Dritt­li­gisten Real Murcia zu über­nehmen. Schon da zeigte er sich wenig spen­dier­freudig, sodass Haupt­ak­tionär Moro Martin im Nach­hinein resü­mierte: Dieser Mann rui­niert deinen Verein.“ Aus Murcia haben sie ihn ver­trieben, auch wenn der Mexi­kaner der­zeit ver­sucht, sich seine Anteile dort auf recht­li­chem Weg zu sichern.

Investor kann nichts inves­tieren

In Kerk­rade hatte es zunächst noch gut aus­ge­sehen. Garcia de la Vega hatte einen Deal mit der UAC Hol­ding“ an Land gezogen: Für eine Mil­lion Euro sollte das Sta­dion nach dem deut­schen Unter­nehmen aus der Kryp­towäh­rungs­branche umbe­nannt werden. Damit wäre der Klub vor­erst gerettet gewesen. Doch das Geld kam nie, statt­dessen erste große Zweifel am neuen Investor. Darauf ange­spro­chen, warum er denn keine so drin­gend benö­tigte Bank­ga­rantie von 910.000 Euro abgeben würde, die der Verein dem nie­der­län­di­schen Fuß­ball­ver­band KNVB vor­weisen muss, meinte Garcia de la Vega nur: Er sei Geschäfts­mann, kein Wohl­täter.

Der wahre Grund aber: Der Mexi­kaner hat das Geld nicht. So berichtet es jeden­falls NRC“. Der KNVB steckte dem Verein vor einigen Wochen, Garcia de la Vega hätte eine frag­wür­dige Zah­lungs­moral“. Von der UAC Hol­ding ist nichts mehr zu hören, statt­dessen orga­ni­sierte der Investor ledig­lich ein dubioses Dar­lehen von 150.000 Euro aus einer unbe­kannten deut­schen Quelle.

So spitze sich die Lage zu, am Montag ver­gan­gener Woche standen dem Verein nur 21.000 Euro zu Ver­fü­gung. Es kam zu den Eng­pässen bei den Gehäl­tern. Und dem Miss­brauch der Über­wei­sungen vom FC Chelsea.

Ex-Besitzer kri­ti­siert die Fans

Vor dem Spiel gegen de Graaf­schap trafen sich Ex-Besitzer Schrouff und sein Berater Huub Mul­len­ders mit Garcia de la Vega. Angeb­lich habe man sich auf einen Rückzug des Mexi­ka­ners geeignet, wollte aber am Wochen­ende weiter ver­han­deln.

Doch am Abend dann besagte Partie. Garcia de la Vega kam ins Sta­dion, obwohl sowohl die Polizei als auch die Bür­ger­meis­terin von Kerk­rade, Petra Dassen-Housen, ihm aus Gründen der Sicher­heit davon abge­raten hatten. Und die Fans hatten das lange Warten und die vielen Ver­spre­chen satt.

Schrouff und Mul­len­ders halten indes nichts vom Sta­dion-Raus­schmiss des Inves­tors: So sind wir zu einem Verein geworden, in dem ein Mann absicht­lich beschä­digt wird und dem tri­um­phie­rend die Tür gezeigt wird“, heißt es in einer Mail der beiden, die NRC“ vor­liegt.

Unbe­zahlter Spieler schießt das Tor

Roda JC steckt nun in einem Dilemma: Einer­seits will jeder Garcia de la Vega los­werden. Doch der ver­langt nun 250.000 Euro als Abfin­dung für seinen Rückzug. Viel Geld – aber ange­sichts seines bis­he­rigen Ver­halten könnte der Schaden bei einem Ver­bleib des Mexi­ka­ners noch um einiges größer aus­fallen. Und neue Inves­toren müssen erst einmal gefunden werden. Ein Club, dessen Markt­wert für Spon­soren und poten­zi­elle Inves­toren an einem Abend dezi­miert wurde“, wie Schrouff und Mul­len­ders in ihrer Mail schrieben.

Sport­lich zumin­dest sollte der Verein aller­dings noch attraktiv sein. Denn nach dem inof­fi­zi­ellen Sta­di­on­ver­weis des Inves­toren am Frei­tag­abend pas­sierte auf dem Spiel­feld noch etwas Erstaun­li­ches: Die Mann­schaft kämpfte den als Tabel­len­führer ange­reisten Gästen ein 1:1 ab. Rodas Tor­schütze in der zweiten Hälfte: Die unbe­zahlte Leih­gabe Ike Ugbo.