Glaubt man der Legende, so kam es 1907 im Hafen­viertel La Boca“ in Buenos Aires zu einem Spiel, das den argen­ti­ni­schen Fuß­ball für das nächste Jahr­hun­dert ent­schei­dend prägen sollte: Sowohl River Plate als auch die Boca Juniors waren wenige Jahre zuvor aus der Taufe gehoben worden und hatten sich, wie sollte es anders sein, beide für die Farb­kom­bi­na­tion weiß-rot auf ihren Leib­chen ent­schieden. Ein Umstand, der auf­grund der geo­gra­phi­schen Nähe keine Zukunft hatte. Also sollte ein Ent­schei­dungs­spiel klären, wer die Farben behalten durfte. Der Ver­lierer, so der Deal, bekam die Natio­nal­farben des Schiffes, das als nächstes im Hafen anlegen sollte. Boca verlor, ein schwe­di­scher Drei­master lief im Hafen ein und der Klub hatte sich fortan mit blau-gelben Jer­seys anzu­freunden. River durfte wei­terhin mit dem mar­kanten roten Dia­go­nal­streifen auf der Brust spielen – bis zum heu­tigen Tag. 

In den ver­gan­genen 110 Jahren blieb das Trikot in seinen Grund­zügen immer gleich, wurde von Legenden wie Alfredo di Ste­fano, Daniel Pas­sa­rella, Mario Kempes, Claudio Caniggia oder Gabriel Bati­stuta über den Platz getragen. Der simple rote Quer­streifen auf weißem Grund über­stand selbst die Desi­gner­sünden Mitte der 90-Jahre unbe­fleckt. Nicht aus­zu­denken, hätte River Plate dieses legen­däre Spiel anno 1907 ver­loren…