Seite 2: Wo das entscheidende Duell steigt

3. Der VfB Stutt­gart: Pas­sender oder unpas­sender Gegner?
Mit 28 gesam­melten Punkten hat sich der VfB Stutt­gart in dieser Saison kaum mit Ruhm bekle­ckert. Unter Inte­rims­trainer Nico Willig zeigen die Stutt­garter jedoch ein ganz anderes Gesicht als unter dessen Vor­gän­gern Markus Wein­zierl und Tayfun Korkut. Aggressiv, schnell, dyna­misch: So prä­sen­tierte sich die Mann­schaft zuletzt.

Willig for­dert von seinen Spie­lern, den Gegner zu jagen und aggressiv zu pressen. Dazu nutzten sie zuletzt eben­falls eine Rau­ten­for­ma­tion, die defensiv jedoch meist zu einem 4−4−1−1 wird. Stutt­gart geht noch aggres­siver zu Werke als der Rele­ga­ti­ons­gegner aus Berlin. Willig war aber auch bestrebt, den eigenen Spiel­aufbau zu ver­bes­sern und weniger abhängig zu machen von den Außen.

Im Kern treffen in der Rele­ga­tion jedoch zwei Mann­schaften auf­ein­ander, die es bevor­zugen, wenn der Gegner das Heft des Han­dels in die Hand nimmt. Die Frage, die sich stellt: Wel­ches Team wird das eigene Kon­ter­spiel durch­bringen können? 

4. Das ent­schei­dende Duell steigt im Mit­tel­feld
Union kann mit dem Vor­teil punkten, dass sie über ein recht spiel- und zugleich zwei­kampf­starkes Zen­trum ver­fügen. Das war in dieser Saison die Schwach­stelle der Stutt­garter. Doch die Rück­kehr des dau­er­ver­letzten Daniel Didavi als Zehner sorgte zuletzt für einen deut­li­chen Krea­ti­vi­täts­zu­wachs im Stutt­garter Spiel. 

Kann Unions Rou­ti­nier Manuel Schmie­de­bach den Stutt­garter Spiel­ma­cher stoppen? Wie ver­hält sich das zen­trums­las­tige Mit­tel­feld der Ber­liner, wenn Didavi auf die Flügel aus­weicht? Im Zen­trum könnte sich die Rele­ga­tion ent­scheiden.

5. Die Stärke nach Stan­dards spricht für Union
Ein gewich­tiger Faktor für die starke Saison der Ber­liner sind ihre Stan­dards. 16 Treffer erzielten sie nach ruhenden Bällen, nur der 1. FC Köln war in diesem Bereich erfolg­rei­cher. Selbst ließen die Ber­liner nur acht Stan­dard-Gegen­tore zu. Die Stutt­garter sind zwar nicht beson­ders anfällig gegen Stan­dards; sie ließen zehn Treffer zu. Doch offensiv gehören sie mit acht Toren nach ruhenden Bällen zu den unge­fähr­lichsten Bun­des­liga-Teams, was Ecken und Frei­stöße betrifft.

Stan­dards können das ent­schei­dende Mittel sein für Union, um den ersten Bun­des­liga-Auf­stieg der Geschichte zu errei­chen. Es ist ihre letzte Chance in einer an Chancen wahr­lich nicht armen Saison. Ansonsten wird sich Suleiman Abdul­lahi auch noch länger dar­über grämen müssen, in der 95. Minute gegen den VfL Bochum nicht getroffen zu haben.