Seite 2: Die Kaiserin von Tündern

Ente gut, alles gut.

Ama­teur­fuß­baller, das sind die herr­lich Bekloppten, die es ein­fach nicht lassen können. Alte Recken, die sich auch im hohen Alter noch auf die Bank setzen und auf den einen Moment hoffen. Dieser Moment kam für den 56-jäh­rigen Andreas Kramer, den man bei Rot-Weiß Estorf-Lee­se­ringen nur unter seinem Spitz­namen Ente“ kennt. Seine Mann­schaft verlor am 22. Spieltag zwar gegen den TV Stuhr mit 0:2, den­noch war es der Tag von Ersatz­keeper Ente“. Er hielt nicht nur einen Elf­meter, son­dern parierte auch noch den Nach­schuss sehens­wert. Ein Mann, der für Zuver­läs­sig­keit steht. Eine Absage vor einem Punkt­spiel? Sowas kennt Ente gar nicht“, sagte sein Trainer Lukas Swiat­kowski im fussball.de-Interview. Nächste Saison gibt Ente“ dann den Tor­war­trainer, aber wenn mal wieder Not am Mann ist, ist er natür­lich da. Denn bei RW Estorf-Lee­se­ringen gilt: Ente gut, alles gut.“

Die Kai­serin von Tün­dern

Noch heute spielt ein Groß­teil der Ama­teur­mann­schaften mit dem guten alten Libero. Es ist die Königs­po­si­tion, auch wenn sie ein Kaiser prägte. Das Auf­ga­ben­ge­biet lässt sich ein­fach zusam­men­fassen: den grob­schläch­tigen aber lauf­starken Mann­de­ckern die Gegen­spieler zuweisen, für den Tor­hüter die Abstöße aus­führen, damit diese wenigs­tens ab und zu mal über die Mit­tel­linie kommen und den punkt­ge­nauen Pass über das halbe Feld. Doch ist es zeit­gemäß, dabei immer nur an einen Rou­ti­nier aus der Her­ren­mann­schaft zu denken? Nein. Beim 1:0‑Auswärtssieg ihrer HSC BW Tün­dern bei PSV Grün-Weiß Hil­des­heim zeigte Christin Kruppki, wie es geht: Kopf oben, Ball eng am Fuß, links kurz die mit­ge­reisten Fans grüßen und mit rechts einen weiten Zucker­pass aus dem Fuß­ge­lenk spielen, damit Kol­legin Hanna Klein­diek den Sieg­treffer erzielen kann. Ihr Trainer Alex­ander Stamm brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: Den hat Christin hinten raus­ge­spielt wie Becken­bauer früher.“ Das würde Kaiser Franz sicher­lich genauso unter­schreiben, aber der unter­schreibt ja eh alles.