Seite 4: Die peinliche Niederlage

Die Geschichte des EM-Spiels in Paris ist schnell erzählt. Die Fran­zosen, die bei der WM in Chile nicht dabei gewesen waren, machten damals gerade eine Schwä­che­phase durch. Seit Sep­tember 1961 waren sie ohne Sieg geblieben. Hinzu kam, dass die Spieler mit dem Ver­band im Clinch lagen, zwi­schen­zeit­lich sogar mit Streik drohten.

Aus diesen Gründen hatten sich ledig­lich 24.000 Zuschauer im damals ziem­lich maroden Prin­zen­park ein­ge­funden, ent­spre­chend mies war beim Anpfiff die Stim­mung. Doch die sollte sich umge­hend auf­hellen, denn schon in der dritten Minute ging die Equipe Tri­co­lore durch Wis­nieski in Füh­rung. Frei­ge­spielt lupfte er den Ball über den an diesem Tag völlig indis­po­nierten Tor­hüter Sprin­gett, der nach diesem Match seinen Stamm­platz an Gordon Banks ver­lieren sollte. Der Rechts­außen, der seinen Gegen­spieler Henry mehr und mehr zum Sta­tisten degra­dierte – der Ver­tei­diger der Spurs absol­vierte sein erstes und letztes Län­der­spiel –, berei­tete auch die Tore zum Pau­sen­stand von 3:0 vor, womit das Spiel früh ent­schieden schien.

Die Eng­länder kamen aber durch zwei Kopf­ball­treffer über­ra­schend auf 2:3 heran, worauf die Fran­zosen noch­mals ihre Kom­bi­na­ti­ons­ma­schine anwarfen und umge­hend das vierte Tor erzielten. Durch das 5:2 von Cossou war für die Three Lions, die 1931 in Paris schon einmal mit dem­selben Resultat ver­loren hatten, die in dieser Höhe pein­liche Nie­der­lage per­fekt. Den Fran­zosen gelang es im wei­teren Ver­lauf des Wett­be­werbes zwar noch, in der nächsten Runde Bul­ga­rien aus­zu­schalten, doch im Vier­tel­fi­nale ver­loren sie dann zweimal gegen den spä­teren EM-Dritten Ungarn.

Alf Ramsey aber wusste aus dieser Schlappe seine Lehren zu ziehen: Drei­ein­halb Jahre später waren im WM-Finale mit Bobby Moore und Bobby Charlton nur noch zwei der in Paris ein­ge­setzten Spieler dabei.

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