Es ist der erste rich­tige Som­mertag, und schon im Zug nach Frank­furt werden bil­lige Three-Lions“-Tattoos zu Markte getragen.Die Stim­mung ist ent­spannt, selbst der Par­cours der WM-Spon­soren wird klaglos bewäl­tigt; viele Eng­länder bleiben sogar bei den Cheer­lea­dern des ame­ri­ka­ni­schen Bier­lie­fe­ranten stehen – und befüllen den Foto­spei­cher ihrer Mobil­te­le­fone. Man will ja zu Hause etwas von Deutsch­land erzählen können! Der frühe Anstoß um 15 Uhr ist der Stim­mung nicht zuträg­lich, aber viel­leicht ist es auch die Unsi­cher­heit vor dem ersten Spiel. Im Sta­dion singen mehr als 30 000 Eng­länder Foot­ball’s coming home“ und God save the Queen“ aus voller Kehle, und zum ersten Mal seit län­gerer Zeit wird die geg­ne­ri­sche Natio­nal­hymne nicht aus­ge­buht. Das schönste Plakat trägt den Spruch: Don’t give birth yet, Claire!“ Auf Deutsch: Warte noch mit der Geburt,Claire!“ Doch je mehr das Tempo auf dem Platz ver­schleppt wird, umso weniger macht sich die rot-weiße Gemeinde bemerkbar. Ein­ziger Höhepunkt:In der 65. Minute bolzt Eng­lands Tor­wart den Team­geist“ vor den Sta­di­on­würfel. Der anschlie­ßende Schieds­rich­ter­ball ist eine der wenigen spiel­för­dernden Maß­nahmen des Unpar­tei­ischen aus Mexiko.