Seite 2: Periode von Misserfolgen

Und so wird der Schweizer zum Gesicht einer Periode von Miss­erfolgen. Stars wie Alexis Sán­chez oder Aaron Ramsey lassen ihre Ver­träge aus­laufen, über­durch­schnitt­liche Ex-Bun­des­li­ga­spieler wie Sead Kolašinac, Hen­rikh Mkhi­ta­ryan oder Sokratis kommen als Ersatz. Alles keine schlechten Trans­fers, aber eben auch nicht die ganz großen Namen. Eine, viel­leicht sogar eher zwei Kate­go­rien unter der Welt­klasse“. 

Selbst von den Spit­zen­ein­käufen – genü­gend Budget gibt es dank des hoch­do­tierten TV-Ver­trags und der funk­tio­nie­renden Ver­mark­tung schließ­lich immer noch – schlägt außer Pierre-Eme­rick Aub­ameyang nie­mand so richtig ein. Nicolas Pépé kann die hohen Erwar­tungen nach seinem 80-Mil­lionen-Euro-Transfer (noch) nicht erfüllen, Alex­andre Laca­zette zeigt zwar gute Leis­tungen, ver­bringt aber mehr Zeit auf der Bank als auf dem Platz. Nach dem Weg­gang von Arsene Wenger sind end­gültig andere ehe­mals gleich­starke – oder sogar schwä­chere – Teams wie Tot­tenham oder Liver­pool dau­er­haft an Arsenal vor­bei­ge­zogen. In London sind die Gun­ners nur noch die Nummer drei.

Im besten Fall eine Mischung aus Viera und Henry 

Den viel­leicht emo­tio­nalsten Ver­lust mussten die Fans aber durch den Abgang von Lau­rent Koscielny ver­kraften: Der lang­jäh­rige Kapitän und Abwehr­chef wollte vor der Saison unbe­dingt zurück nach Frank­reich. Nach langem Trans­fer­theater inklu­sive diverser Anschul­di­gungen und Trai­nings-Streiks bekam Koscielny schluss­end­lich seinen Willen und wech­selte zu Girondins Bor­deaux. Arsenal verlor seinen Stamm-Innen­ver­tei­diger, Unai Emery seinen Kapitän und Bor­deaux kün­digte den Neu­zu­gang mit einem Prä­sen­ta­tions-Video an, in dem der Fran­zose grin­send sein altes Arsenal-Trikot gegen das Neue von Bor­deaux aus­tauschte. 

All das war zu viel für die geschun­dene Fan-Seele. Und so sehnen sich die Gun­ners seitdem nach einem rich­tigen“ Kapitän. Einem Kapitän, der sich auf­richtig und kom­plett mit dem Verein iden­ti­fi­ziert. Kämp­fe­risch und vor­an­ge­hend wie Patrick Viera, pres­ti­ge­trächtig und spie­le­risch über­legen wie Thierry Henry. In Granit Xhaka bekamen sie eine Lösung, die genau das nicht erfüllt. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das Pul­ver­fass Arsenal mit Xhaka als Kapitän explo­diert – die dras­ti­sche Art und Weise ist das Über­ra­schende.