Seite 2: Warum Beckhams lange Haare zum Problem wurden

Manche Ergeb­nisse waren über­ra­schend, andere weniger. Für die Erkenntnis, dass der Anlauf vorm Elf­meter mög­lichst mehr als drei Schritte betragen soll und Geschwin­dig­keit ohne einen plat­zierten Schuss nur wenig hilft, gibt es weder Albert-Ein­stein-Medaille noch WM-Pokal. Und auch dass 84 Pro­zent der Schüsse in die oberen Ecken erfolg­reich sind und es die Wahr­schein­lich­keit, ein Tor zu erzielen, um zehn Pro­zent stei­gert, wenn statt des Spanns die Fuß­seite benutzt wird, kann man sich sicher­lich auch ohne Mathe­matik-Hoch­schul­ab­schluss irgendwie aus­rechnen.

Haw­king erklärte außerdem aber end­lich, wie der sei­ner­zeit lang­haa­rige David Beckham im EM-Quali-Spiel 2003 in der Türkei seinen Elf­me­ter­ver­such so unend­lich weit übers Tor jagen konnte. Sta­tis­tisch sei es näm­lich erwiesen, dass glatz­köp­fige Spieler die bes­seren Schützen sind — wie Haw­king sagte: eines der großen Geheim­nisse der Wis­sen­schaft“.

Seit Anbe­ginn der Zivi­li­sa­tion

Auch dar­über hinaus hatte das Physik-Genie noch den einen oder anderen Tipp parat. Im 4−3−3 und mit rotem Trikot spiele Eng­land erfolg­rei­cher — Jürgen Klins­mann lässt grüßen. Dar­über hinaus emp­fiehlt es sich mög­lichst nahe der eigenen Heimat auf einer Höhe von maximal 500 Metern anzu­treten — was bei inter­na­tio­nalen Tur­nieren mit­unter schwer zu rea­li­sieren ist, wie wohl auch Haw­king ein­ge­sehen haben müsste. Und wenn um 15 Uhr ange­pfiffen wird, steigen die Sieg­chancen der Eng­länder um ein Drittel. Haw­kings ein­fache Erklä­rung: Wie alle Tiere ist das eng­li­sche Team ein Gewohn­heits­tier“. Auf der Insel finden die Spiele tra­di­tio­nell zu dieser Zeit statt.

Ob Eng­land bei der kom­menden WM erneut im Elf­me­ter­schießen die Segel strei­chen wird oder doch tat­säch­lich mal alle Wahr­schein­lich­keiten aus­sticht, wird Ste­phen Haw­king nicht mehr erleben. Dann könnten sich andere an neuen Theo­rien über den Ver­lauf des Tur­niers ver­su­chen. Denn Haw­king wusste: Seit Anbe­ginn der Zivi­li­sa­tion haben sich die Men­schen nicht damit zufrieden gegeben, Ereig­nisse als unver­bunden und uner­klär­lich zu sehen. Sie sehnen sich nach dem Ver­ständnis der zugrun­de­lie­genden Ord­nung der Welt. Bei der WM ist das nicht anders.“