Am 5. Februar erhielt Ben­jamin Köhler von seinem Arzt eine der schreck­lichsten Dia­gnosen, die man nur bekommen kann, denn bei ihm war Krebs fest­ge­stellt worden. Ich vermag mir kaum vor­zu­stellen, wie es ihm in den ersten Tagen danach ging. Und ich kann nur ahnen, wie schwer es für seine Mann­schafts­ka­me­raden war, einen ange­mes­senen Umgang damit zu finden.

Eisern bleiben, Benny!“

Um so bewegter war ich, als ich zwei Tage nach der nie­der­schmet­ternden Dia­gnose ihre Aktion für den kranken Kol­legen sah. In der siebten Minute des Heim­spiels gegen den VfL Bochum nutzten sie eine Spiel­un­ter­bre­chung und liefen vor der Tri­büne zusammen, um Köhler ihre T‑Shirts unter den Tri­kots zu zeigen. Dort war eine Sieben zu sehen, seine Rücken­nummer, dazu trug das Team ein Spruch­band mit dem Slogan: Eisern bleiben, Benny!“

Ich fand die Aktion sehr bewe­gend, wie wohl alle, die sie gesehen haben. Sie zeigt mir auch, was im Fuß­ball mög­lich ist. Die Spieler von Union bewiesen auf außer­ge­wöhn­liche Weise ihre Anteil­nahme und gaben ein Bei­spiel dafür ab, wie man als Mann­schaft mit einem solch schweren Thema umgehen sollte. Dass man sich nicht von einer schweren Krank­heit ein­schüch­tern lässt. Dass man nicht klein­laut her­um­druckst, son­dern dem Team­kol­legen laut und deut­lich die Unter­stüt­zung zeigt.

Mensch­li­ches Mit­ein­ander – trotz der all­täg­li­chen Härte

Es hätte bestimmt auch Mann­schaften gegeben, die das Thema eher ver­drängt hätten. Dass die Unioner sich anders ver­halten haben, macht sie völlig zurecht zu den Typen des Jahres“. Sie haben bewiesen, dass man auch ange­sichts der Härte des Pro­fi­ge­schäfts im ent­schei­denden Moment mensch­lich mit­ein­ander umgehen kann.

Inzwi­schen sind fast fünf Monate ver­gangen und Ben­jamin Köhler hat seine Che­mo­the­rapie beendet. Inzwi­schen küm­mert er sich nicht mehr nur um den eigenen Kampf gegen den Krebs. So ver­kauft er etwa ein T‑Shirt mit der Auf­schrift Beat Cancer“, dessen Gewinne der Deut­schen Kno­chen­mark­spen­de­datei zugu­te­kommen. Union und seine Fans enga­gieren sich eben­falls weiter bei diesem Thema, über 2000 Zuschauer haben sich bei einem der letzten Heim­spiele typi­sieren lassen. Das ist beein­dru­ckend, aber vor allem wün­sche ich Ben­jamin Köhler und den Unio­nern, dass sie bald wieder gemeinsam als Fuß­baller auf dem Platz stehen.