Schweiß­trei­bende 30 Grad Außen­tem­pe­ratur herrschten am Mitt­woch­abend im Coli­seum von Getafe. Doch nicht nur das erhitzte die Gemüter beim Spiel zwi­schen dem Vor­stadt­klub aus Madrid und dem FC Vil­lareal, den im Kampf um die Europa-League-Plätze ledig­lich ein Punkt trennte. Meh­rere strit­tige Szenen sorgten für eine hand­feste Schlä­gerei. Die Bilanz nach dem Spiel: Fünf Gelbe Karten, vier Rote Karten und ein Poli­zei­ein­satz.

Was war pas­siert? Nach einer ereig­nis­losen ersten Halb­zeit hatte Santi Car­zola den FC Vil­lar­real per Elf­meter in Füh­rung gebracht. Nach dem zwi­schen­zeit­li­chen Aus­gleich durch den ein­ge­wech­selten Hugo Duro, war es aber­mals Car­zola, der das gelbe U‑Boot (Sub­ma­rino ama­rillo) aus Vil­lar­real per Elf­meter wieder in Front brachte.

Der Unpar­tei­ische Javier Est­rada Fer­nandez hatte zum zweiten Mal an diesem Abend auf den Punkt gezeigt nachdem der Video Assi­stant Referee ein­ge­griffen hatte. Ruben Pena, der schon den Elf­meter zum 2:1 raus­holt hatte, ent­schied die Partie nach einem Konter in der Nach­spiel­zeit mit seinem Tor zum 3:1 zugunsten des FC Vil­lar­real.

Vier Rote Karten in der dritten Halb­zeit

Die Spieler des FC Getafe, die damit in acht Spielen seit dem Restart nur einen Sieg ein­fahren konnten, ließen ihren Frust an Schieds­richter und Gegner aus. Nach dem Schluss­pfiff bil­dete sich eine große Traube, die sich vom Spiel­feld in den Spie­ler­tunnel ver­la­gerte. Schieds­richter Est­rada, der von den Spie­lern des FC Getafe ange­gangen wurde, kam mit dem Zücken der Karten kaum hin­terher.

Auf dem Spiel­be­richts­bogen liest sich die spa­ni­sche Mas­sen­kei­lerei eher wie ein Ein­trag ins Klas­sen­buch. Getafes Ver­tei­diger Allan-Roméo Nyom sah die erste Rote Karte, nachdem er seinen Gegner mit dem linken Arm weg­ge­schubst hatte. Auf dem Weg in die Umklei­de­ka­binen war es Vil­lar­reals Zehner, Vicente Iborra, der erst gegen einen Gegen­spieler zulangte und dann den zweiten Roten Karton des Abends sah.

Auch Getafes Xabi Etxeita sah rot, nachdem er den ersten Assis­tenten am Arm fest­ge­halten hatte. Den Schluss­punkt des Kar­ten­fes­ti­vals setzte dann Damian Suárez, der abseits der TV-Kameras so sehr auf einen Gegen­spieler ein­drosch, dass die Polizei ein­greifen musste, um die Beiden zu trennen. Er sah die Rote Karte ohne über­haupt auf dem Platz gestanden zu haben.

Die größte Tre­ter­truppe der La Liga

Der unrühm­liche Titel für die mit Abstand größte Tre­ter­truppe der Liga ist dem FC Getafe somit nicht mehr zu nehmen. In der Fair­ness­ta­belle liegen die Azu­lones mit 124 Gelben Karten, zwei Gelb-Roten und nun vier Roten Karten abge­schlagen auf dem letzten Platz. In der Kar­ten­sta­tistik der Spieler belegen die Rot­sünder Damian Suárez und Allan-Roméo Nyom die ersten beiden Plätze. Zusammen kommen sie auf 27 Gelbe und zwei Rote Karten.