United Colors of Frank­furt – Ein­tracht lebt von Viel­falt“, lautet das Motto zum Heim­spiel von Ein­tracht Frank­furt gegen Hof­fen­heim, am 8. April. Orga­ni­siert wird es vom Ein­tracht Frank­furt Fan­club­ver­band e.V.“, in dem über 750 offi­zi­elle Fan­clubs orga­ni­siert sind.

Schon 1994 und 2008 posi­tio­nierten sich die Ein­tracht-Fans für Viel­falt. 1994 unter dem Motto United Colors of Bembel­town“ und 2008 mit United Colors of Frank­furt – Offen für alle Farben“. Der Fan­club­ver­band teilte mit, dass die Stadt, der Verein und auch die Fan­szene von Viel­falt lebe. Und weiter: Wir Ein­trachtler gehören zusammen, egal woher wir kommen und wie wir aus­sehen und wel­ches Geschlecht wir haben.“

Beim Heim­spiel gegen Hof­fen­heim wird die Mann­schaft mit dem Logo der Initia­tive auf der Brust auf­laufen. In den ver­gan­genen Monaten hatte sich Ein­tracht-Prä­si­dent Peter Fischer bereits mehr­fach öffent­lich gegen die AfD posi­tio­niert. In einem Inter­view mit 11FREUNDE hatte Fischer 2013 deut­lich gesagt: Das braune Pack sollte jede anstän­dige Kurve selbst­ständig aus dem Block prü­geln. Das haben wir früher so gemacht, das wird in Frank­furt heute noch so gemacht. Und da bin ich stolz drauf. Des­wegen haben wir eine so große und bunte Szene, wo wirk­lich jeder will­kommen ist, dessen Herz für die Ein­tracht schlägt.“

Alle ans Bölle!

Zum letzten Mal die vier großen Lichter sehen. Zum letzten Mal: Das Flut­licht scheint, die Menge tobt und wartet auf ein Lili­entor. Dann geht das Licht aus. Vor­erst. Denn mit dem Böl­len­falltor in Darm­stadt wird ab diesem Sommer eines der letzten wirk­lich alten Sta­dien umge­baut. Das – in diesem Fall tat­säch­liche – weite Rund wird eckig. Und der Hügel mit den gras­be­wach­senen Stufen wird ver­schwinden.

Am kom­menden Montag emp­fängt Darm­stadt 98 den Tabel­len­führer For­tuna Düs­sel­dorf zum Flut­licht­spiel. Es wird das letzte Flut­licht­spiel im Böl­len­falltor vor dem Umbau sein. Der Block1898“, ein Zusam­men­schluss der aktiven Fan­gruppen, ruft des­halb dazu auf, das Bölle bis auf den letzten Platz zu füllen“. Das Spiel ver­diene eine beson­dere Kulisse. Denn so einen Schatten wie bisher, wird das Flut­licht in Zukunft nicht mehr auf das Böl­len­falltor werfen.

Das Ver­hältnis zwi­schen den aktiven Fans und der Polizei ist nicht gerade eine Lie­bes­be­zie­hung. Beim Spiel zwi­schen dem Karls­ruher SC und SV Meppen kam es laut der Fan­hilfe Karls­ruhe“ zu einer skur­rilen Situa­tion: Kurz nach Anpfiff soll sich eine Ein­heit der Bereit­schafts­po­lizei im Fan­block der Ultras ver­sam­melt haben. Erst ein Gespräch mit dem Fan­be­treuer und Mit­ar­beiter des Fan­pro­jekts konnte die Situa­tion auf­klären und den Abzug der Poli­zisten bewirken. Es habe sich um eine aus­wär­tige Ein­heit gehan­delt, die offenbar den Sta­di­on­plan falsch­herum gehalten hatte. Das klingt natür­lich lustig, kann in der Rea­lität aber auch schnell zur Eska­la­tion führen. Die Pres­se­stelle der Polizei Karls­ruhe bestä­tigte auf Anfrage, dass eine Ein­heit im Fan­block stand. Der Vor­fall sei auf­ge­ar­beitet worden und solle nicht wieder vor­kommen. Den Vor­wurf, den Sta­di­on­plan falsch gelesen zu haben, wies die Polizei Karls­ruhe aller­dings zurück. Zum Grund hieß es: Wo Men­schen arbeiten, pas­sieren Fehler.“

Um so eine Situa­tion in Zukunft besser erkennen zu können, gibt es hier noch fünf Tipps an die Bereit­schafts­po­lizei:

- Anders als damals beim Ein­satz in Ham­burg steht die Begrü­ßungs­formel A.C.A.B.“ nicht für die Bestel­lung von acht Cola und acht Bier. Sie ist in Fan­kreisen negativ kon­no­tiert und sym­bo­li­siert viel­mehr eine kri­ti­sche Grund­hal­tung gegen­über der Polizei.

- Zuge­geben, die Bezeich­nung Bul­len­schweine“ ist miss­ver­ständ­lich. Sie muss sich nicht zwangs­läufig gegen einen Bun­des­li­gisten aus dem Osten richten.

- Auch zur kalten Jah­res­zeit dienen Sturm­hauben nicht als Käl­te­schutz. Ein Indiz hierfür ist die Tat­sache, dass die Träger meist ober­kör­per­frei und mit Son­nen­brille auf der Tri­büne stehen.

- Ebenso dient das wilde Ges­ti­ku­lieren der oben genannten Per­sonen nicht zur Auf­wär­mung gegen die Kälte.

- Flie­gende Pfand­be­cher sind nicht als Unter­stüt­zung für die Mann­schafts­kasse gedacht.