Seit einigen Jahren schon pflegt der DFB die Aus­lo­sung der Paa­rungen im DFB-Pokal vor großem Publikum aus­zu­losen. Das führt bis­weilen zu fas­zi­nie­renden Insze­nie­rungen inklu­sive Schmäh­ge­sängen und fas­sungs­losen Prot­ago­nisten oder kuriosen Mode­ra­tionen. Ande­rer­seits sorgen die vielen wach­samen Augen, die Live-Über­tra­gung im Fern­sehen und die nota­ri­elle Beauf­sich­ti­gung durch Dr. Jörg Eng­lisch vom DFB dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Ganz anders in Irland: Dort wurde am Don­nerstag das Halb­fi­nale des FAI Cup aus­ge­lost – im Radio. Erst später ver­öf­fent­lichte der über­tra­gende Sender ein Video der Pro­zedur. Und in diesem fallen gleich meh­rere selt­same Dinge auf.

Zunächst wäre da die Sache mit Keith Fahey: Seit Januar dieses Jahres ist der ehe­ma­lige iri­sche Natio­nal­spieler Co-Trainer der U15 bei den Sham­rock Rovers. Dass er damit direkt bei einem der ver­blie­benen Ver­eine im Pokal­wett­be­werb ange­stellt ist, war offenbar kein Hin­dernis, den 36-Jäh­rigen als Losfee zu enga­gieren.

Ziehen ohne Mischen

Zumal Fahey sich nicht einmal die Mühe macht, die vier grünen Kugeln im Glas­be­hälter in der Mitte des Tisches vor der Zie­hung durch­zu­mi­schen. Statt­dessen zieht er in aller See­len­ruhe eine Kugel nach der anderen und dik­tiert Mode­rator Des Cahill die Halb­final-Paa­rungen, der diese dann fein­säu­ber­lich per Hand notiert: Die Sligo Rovers emp­fangen den Dundalk FC. Der Sieger der Partie Crumlin United gegen Bohemians trifft auf Hahey Arbeit­geber, die Sham­rock Rovers.

Im Netz sorgt das Vor­gehen bei vielen iri­schen Fans für Befremden. Viele spre­chen von einem fix“, einem abge­kar­teten Spiel. Eine abso­lute Schande“ sei diese Aus­lo­sung, schreibt jemand. Ein anderer for­dert die Wie­der­ho­lung der Pro­zedur.

Zwar ist bei auch die dieser Aus­lo­sung ein Gesandter des iri­schen Ver­bands vor Ort, doch scheint ihn die Art und Weise der Paa­rungs­fin­dung nicht son­der­lich zu stören. Dass eine der Kameras wie­der­holt ver­deckt wird, dürfte eben­falls nicht gerade dazu bei­tragen, die Ver­schwö­rungs­theo­re­tiker unter den iri­schen Fuß­ball­fans zu beschwich­tigen. Dann doch lieber ein hek­ti­scher Alex­ander Bommes und Weiter geht’s, Andrea!“