Seit meiner Kind­heit gehe ich zu Schalke ins Sta­dion, bin aber auf­grund meiner tür­ki­schen Wur­zeln auch Fan von Gala­ta­saray Istanbul. Alleine des­halb sind Duelle zwi­schen beiden Ver­einen für mich immer etwas ganz beson­deres, aber das Spiel am Mitt­woch werde ich wohl erst recht nicht so schnell ver­gessen.

Als mir der Cham­pions-League-Sender DAZN und 11FREUNDE ange­boten haben, gemeinsam mit der Mann­schaft von Schalke zum Aus­wärts­spiel nach Istanbul zu fliegen, habe ich natür­lich sofort zuge­sagt. Die letzten Tage vor dem Abflug war ich dem­entspre­chend auf­ge­regt, und am Dienstag ging es dann end­lich los. Gemeinsam mit den Spie­lern und Ver­ant­wort­li­chen von Schalke sind wir von Düs­sel­dorf aus in die Türkei geflogen, wo das Team direkt am Flug­hafen mit dem Mann­schaftsbus abge­holt wurde. Das ist natür­lich ver­ständ­lich, aber auch etwas schade, weil man so leider gar keine Mög­lich­keit hatte, kurz mit den Spie­lern zu spre­chen.

Immerhin eines habe ich auf dem Flug gelernt: Breel Embolo wirkt aus der Nähe um einiges zier­li­cher, als ich das sonst so wahr­ge­nommen habe!

Ein rich­tiger Assauer

Das nächste Aha-Erlebnis hatte ich beim Abend­essen mit den Spon­soren. Cle­mens Tön­nies kam vorbei und ließ es sich nicht nehmen, eine kurze Rede zu halten. Und was für eine! Das macht schon Ein­druck, wie er da total sou­verän und trotzdem lässig spricht. Da steckt mehr Rudi Assauer drin, als ich gedacht hätte. Als er zum Abschluss ein­schwor: Wenn die Krise kommt, stehen wir noch enger zusammen!“, war die Wagen­burg­men­ta­lität per­fekt.

Den nächsten Tag habe ich dann dazu genutzt, durch Istanbul zu laufen und das ganz beson­dere Ambi­ente dieser rie­sigen Stadt zu genießen, bevor es nochmal ein gemein­sames Essen mit Spon­soren gab. Im Anschluss daran sind wir zum Sta­dion gefahren, und trotz des eher lang­wei­ligen Spiels war das ein­fach nur ein gran­dioser Abend! Die Atmo­sphäre vor und wäh­rend des Spiels hat mich total über­wäl­tigt – zwi­schen­zeit­lich musste ich mir die Ohren zu halten, so laut war es im Sta­dion. Da wir auf Höhe der Mit­tel­linie auf der Haupt­tri­büne saßen, konnte man von unseren Plätzen das Geschehen auf dem Rasen und in beiden Kurven per­fekt ver­folgen, und ich muss wirk­lich sagen, dass ich so eine Stim­mung ich vorher noch nie erlebt habe.

Unver­gess­lich!

Dazu kommt, dass das mein erster Besuch eines Heim­spiels von Gala­ta­saray war, und dann gleich im Euro­pa­pokal im Spiel gegen meinen deut­schen Lieb­lings­verein, ein­fach unbe­schreib­lich! Wäh­rend der neunzig Minuten war ich, wie immer wenn meine beiden Teams gegen­ein­ander spielen, zwi­schen den Stühlen und wusste nicht so wirk­lich, wem ich die Daumen drü­cken soll. Mit dem Unent­schieden konnte ich des­halb sehr gut leben.

Nach Abpfiff sind wir zurück ins Hotel gefahren und haben den Abend aus­klingen lassen. Details erspare ich mir an dieser Stelle lieber. Am nächsten Morgen ging es dann auch leider schon wieder zurück nach Deutsch­land, natür­lich wieder im Team­flieger. Auch da war es zwar nicht wirk­lich mög­lich, in Kon­takt mit den Spie­lern zu treten, aber ich habe sowieso genug damit zu tun gehabt, die Ein­drücke dieser Reise zu ver­ar­beiten, die eines war: Unver­gess­lich!