Herr Cichon, in Ihrem Spie­ler­profil auf der VfL-Web­site geben Sie an, sie hätten Angst vorm Elf­meter. Am Wochen­ende traten Sie gleich drei mal an. Beim Ersten trafen Sie, beim Zweiten nicht. Mit dem Dritten machten Sie in der 92. Minuten den Sieg klar. So viel Angst können Sie doch gar nicht haben.
 
In dem Steck­brief ist nicht alles so ganz ernst gemeint.
 


Trotzdem: Wie war das vor dem dritten Elf­meter, nachdem Sie den Zweiten ver­schossen hatten?
 
Man kann in so einer Situa­tion nicht an so viele Dingen denken. Gefühle lasse ich dann außen vor. Man muss sich kon­zen­trieren, noch einmal alles durch­gehen und ein­fach sein Ding machen.
 
Wollte denn kein anderer Spieler schießen?

 
Ich bin bei uns Schütze Nummer eins. Nummer zwei ist Thomas Rei­chen­berger, der war aber schon nicht mehr auf dem Platz. Ich kann das keinen 20- oder 21-Jäh­rigen zumuten. Für mich war das dann über­haupt keine Frage, den Dritten auch zu schießen.
 
Sah das Pele Wol­litz genauso? Hat er irgend­etwas gesagt?

 
Was soll er gesagt haben?
 
Dass viel­leicht jemand anders schießen soll.
 
Er sagte nach dem Spiel, wenn ich alle drei ver­schossen hätte, dürfte ich nicht mehr schießen.
 
Hatten Sie den Ein­druck, dass FSV-Tor­wart Patric Klandt ihre Elf­meter kennt?
 
Das ist mir relativ egal. Ich gucke, bevor ich schieße, noch mal, in welche Ecke der Tor­hüter geht. Aber eigent­lich habe ich mich dann schon fest­ge­legt. Als ich den Zweiten ver­schossen hatte, war mir klar, dass ich den Dritten genauso schießen muss wie den Ersten.

Sie haben alle drei Elf­meter nach links geschossen. Schießen sie immer in die linke Ecke?


Ich würde sagen, dass ich zu 70 Pro­zent nach links schieße.

Kennen Sie die Tor­hüter von Videos? Wissen sie, in welche Ecke die gehen?


Nein, eigent­lich nicht. Wenn ein Tor­wart bei Elf­me­tern fünfmal in die gleiche Ecke springt, dann weiß man das, aber die Tor­hüter han­deln ja oft intuitiv. Man muss sich auf sich selbst kon­zen­trieren. Ich achte dann aber schon darauf, wohin, oder ob er sich über­haupt bewegt. Wichtig ist dass man ein oder zwei Meter vor dem Ball noch mal hoch schaut und nicht dorthin schießt, wo der Tor­hüter schon liegt.