Bas­tian Schwein­s­teiger. Dieser Typ Mensch, der seinen Sport­wagen ver­mut­lich am Bran­den­burger Tor abstellen könnte, einen schönen Tag in Berlin ver­bringen würde und am Abend genau an dieser Stelle in seinen Wagen ein­steigen dürfte. Das Ord­nungsamt würde nicht reagieren. Denn Bas­tian Schwein­s­teiger, und somit auch sein Sport­wagen, sind in Deutsch­land unan­tastbar. Zurecht.

Klar, spä­tes­tens mit dem WM-Finale 2014 hat sich Bas­tian Schwein­s­teiger den ersten deut­schen Hel­den­status seit, viel­leicht, Her­mann dem Che­rusker ver­dient gemacht. Mit letzter Kraft, der offenen Wunde im Gesicht, auf dem Weg zur Ehren­tri­büne. Hätte sich Schwein­s­teiger in diesem Moment als Bun­des­kanz­ler­kan­didat auf­stellen lassen, Merkel und Schulz würden in diesem Moment nur noch um das Amt des Stell­ver­tre­ters streiten.

Die Wand­lung

Es war ja zugleich das Finale einer ein­zig­ar­tigen Wand­lung. Vom pick­ligen Schweini“, der zusammen mit Philipp Lahm und Poldi“ bei der Euro­pa­meis­ter­schaft 2004 antrat und einem dar­benden deut­schen Fuß­ball die ein­zige Hoff­nungs­spritze setzte.

Hin zum Kämpfer auf der Sechs, der für die Natio­nal­mann­schaft und den FC Bayern Spiele und Meis­ter­schaften gewann. Der den ent­schei­denden Elf­meter im Cham­pions-League-Finale dahoam an den Pfosten setzte und sich davon nicht beirren ließ. Der ein Jahr später nach einem genialen Finale doch noch die Cham­pions-League-Tro­phäe durch Wem­bley trug.

Immer gelie­fert

An den Erwar­tungen an seiner Person ist Schwein­s­teiger nie zer­bro­chen. Er musste nicht zum Kapitän ernannt werden, um eine Mann­schaft anzu­führen. Wenn der Verein das Triple wollte, hat Schwein­s­teiger begonnen das Triple zu holen. Wenn ein Land end­lich wieder Welt­meister werden wollte, hat Schwein­s­teiger die ver­dammte Tro­phäe orga­ni­siert. Und trotzdem musste er sich nach all dem läs­tige Nach­fragen gefallen lassen, als er nach Eng­land ging. Als er längst allen alles bewiesen hatte.

Als Grand­sei­gneur kam Bas­tian Schwein­s­teiger zu Man­chester United, lebte damit seinen Kind­heits­traum, und ließ sich sich auch von der uner­war­teten Schmach nie demon­tieren.