Das DFB-Pokal­fi­nale ist im deut­schen Fuß­ball ein­fach das Mekka – beson­ders für die Schieds­richter. Ich als Ber­liner komme sonst ja nie in den Genuss, im Olym­pia­sta­dion zu pfeifen. Schon allein des­halb war das End­spiel am 31. Mai 2003 etwas Beson­deres. Es war nur schade, dass das Olym­pia­sta­dion eine halbe Bau­stelle war. Die Stim­mung war trotzdem über­ra­gend, ein­fach traum­haft.

Die Bayern gewannen mit 3:1 – das war aber nicht der Grund für meine schönen Erin­ne­rungen. Das Spiel lief für mich als Schieds­richter ein­fach sehr unpro­ble­ma­tisch. Ich musste kurz vor Schluss zwar Marian Hristov mit Rot vom Platz stellen, aber selbst dieses Frust­foul war so klar, dass es danach gar keine Dis­kus­sionen gab. Vor so wich­tigen Spielen steht man als Schieds­richter immer im Fokus und ich wollte unbe­dingt feh­ler­frei pfeifen. Ich stand die ganze Zeit unter Hoch­span­nung und war top­mo­ti­viert. Wenn Bayern auf Kai­sers­lau­tern trifft, ist ja auch immer eine gewisse Bri­sanz im Spiel. Aber alles lief glatt. Es gab keine strit­tigen Situa­tionen und auch der Spiel­ver­lauf mit zwei schnellen Toren von Michael Bal­lack machte es mir relativ ein­fach.

Ich habe mich unheim­lich hei­misch und stolz gefühlt. Schon beim Her­aus­laufen auf das Spiel­feld haben mich alle Ball­jungen ange­feuert. Es waren Nach­wuchs­schieds­richter aus Berlin, die ich auch von Lehr­gängen kannte und selbst geschult hatte. Sie haben mir den Rücken gestärkt und die Partie zu einem echten Heim­spiel für mich gemacht. Das gab mir noch einmal einen zusätz­li­chen Moti­va­ti­ons­kick, den man bei den meisten Spielen ein­fach nicht spürt. Auch die mediale Umge­bung war für mich etwas sehr Beson­deres. Denn ich arbeite beim RBB und da das Finale vom dama­ligen SFB über­tragen wurde, kannte ich die meisten Kol­legen.

Ich hatte wäh­rend des gesamten Spiels eine Gän­se­haut, denn auch meine Familie war im Sta­dion. Das End­spiel 2003 war ein­fach ein per­fektes Erlebnis.“

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