Es gab eigent­lich wenige Gründe, in der Rele­ga­tion 2016 als neu­traler Fan irgendwie Partei zu ergreifen. Sofern man nicht aus Fürth oder Offen­bach kam, hätte man sich am kom­menden Montag genauso beru­higt vor den Fern­seher setzen können wie am Don­ners­tag­abend. Mit Frank­furt und Nürn­berg trafen zwei Tra­di­ti­ons­ver­eine auf­ein­ander, beide würden der Bun­des­liga, die sich ja im Moment immer mehr nach der guten alten Zeit zu sehnen scheint, in der Saison 2016/17 gut tun.

Die Neu­tra­lität verlor man erst bei den Inter­views nach dem Spiel

Nicht mal die 90 Hin­spiel-Minuten boten sich für einen Griff zum Frank­furt- oder Nürn­berg-Schal an. Sicher, die Ein­tracht spielte besser, aber es waren keine strit­tigen Schieds­rich­ter­ent­schei­dungen zu sehen, keine unfairen Aktionen und wenn man von den Pyro­manen im Nürn­berger Block absieht auch keine Ein­flüsse von Außen vor­handen, die den neu­tralen Zuschauer dazu bewogen hätten, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen.

Nein, es dau­erte bis zu den Inter­views nach dem Spiel an, bis man einen Grund fand, sich am Montag der Frank­furter Ein­tracht zuzu­wenden. Als René Weiler, der Trainer der Nürn­berger, der dem Verein die ganze Saison über ein sym­pa­thi­sches Gesicht gegeben hatte, am ARD-Mikrofon auf Marco Russ Tumor-Erkran­kung ange­spro­chen wurde, über­raschte oder besser gesagt ent­setze er mit seiner Aus­sage: Der Fuß­ball darf nicht hin­halten für irgend­welche Insze­nie­rungen“, sagte der Schweizer Trainer.