Die Spieler der Ein­tracht
Mutig, wie sich die Spieler der Ein­tracht am Sonn­tag­abend prä­sen­tierten. Also nicht im Spiel gegen Darm­stadt selbst, wo sie sich derart ängst­lich zeigten, dass zur kom­menden Saison Tena Lady“ als neuer Pre­mi­um­sponsor ein­steigen will. Aber immerhin nach Spiel­schluss, als eine Hand­voll der Kicker immerhin den Schneid hatte, sich der wütenden Meute Frank­furter Fans zu stellen, die mit Schaum vorm Mund und mit Mist­ga­beln und Fackeln in der Hand (viel­leicht) in den Innen­raum des Sta­dions vor­ge­drungen war. Eine Aktion, die Marc Sten­dera, Marco Russ und Co. in etwa so viel Spaß bereitet haben dürfte, wie sich blu­tige Steaks an die Klei­dung zu tackern und ins Bären­ge­hege des Frank­furter Zoos zu springen. Indes: Die Spieler ent­schärften damit die ange­spannte Situa­tion im Sta­dion. Und viel­leicht schaffen sie es ja, diesen Mut mit ins nächste Spiel zu nehmen.

Die Fans der Ein­tracht
Ein­trachtfan zu sein macht der­zeit in etwa so viel Spaß, wie sich sams­täg­lich die Hoden an den Fuß­ball­knei­pen­boden zu nageln. Mit einem ros­tigen Zim­mer­manns­nagel. Und ohne Hammer. Aber natür­lich soll das nicht als Ent­schul­di­gung für das Ver­halten der­je­nigen gelten, die meinen, kin­di­sches Fah­nen­ver­brennen oder prol­liges Innen­raum­ge­stürme seien irgendwie Dinge, die in ein Fuß­ball­sta­dion gehören. Immerhin: Als klar war, dass der Darm­städter Block uner­reichbar bleiben würde, gab es unter den SGE-Fans selber die ein oder andere Schub­serei. Viel­leicht ist das ja dieser Selbst­rei­ni­gungs­pro­zess, von dem alle immer reden.

Aytac Sulu
Dass die Stim­mung im Wald­sta­dion schlechter war als auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung von VW, lag übri­gens an Aytac Sulu. Sulu ist einer jener Ver­tei­diger, nach dessen Kopf­form Abriss­birnen und Ambosse model­liert werden und dessen Spiel­weise Gegen­stand einer eigenen Kolumne wäre, gäbe es ein FLEX“-Bodybuilding-Magazin für Was­ser­büffel. Jenen Amboss büf­felte Sulu zum 1:0 in einen Frei­stoß von Tobias Kempe, damit ist Sulu mit vier Toren der erfolg­reichste Innen­ver­tei­diger der Liga. Außerdem gewann er gegen die Ein­tracht quasi alle seine Zwei­kämpfe. Wobei an diesem Sonntag wahr­schein­lich auch Daniel Küb­lböck ein ker­ni­geres Zwei­kampf­ver­halten an den Tag gelegt hätte als die Spieler der SGE.

Sandro Wagner
Wobei bei aller Fuß­ball­ro­mantik, die der mär­chen­hafte Auf­stieg von 98 durchs marode Böl­len­falltor weht, nicht über­sehen werden sollte, dass sich der Liga­neu­ling ganz gerne auch mal fischiger Methoden bedient, um die nötigen Punkte zum Klas­sen­er­halt zu hams­tern. Exem­pla­risch sei an dieser Stelle Sandro Wagner genannt, der gegen die Ein­tracht schneller zu Boden ging als einst Axel Schulz gegen Fran­cois Botha und dann auch noch länger lie­gen­blieb als ein durch­schnitt­li­cher 11FREUNDE-Redak­teur am Tag nach der Weih­nachts­feier. Mit dieser Unart war Wagner nicht alleine, auch ein Marcel Heller ver­brachte gegen die SGE mehr Zeit in der Hori­zon­talen als Gina Wild zu ihren Hoch­zeiten. Hinzu kam ein auf­ge­brachtes Rekla­mieren sämt­li­cher Spieler bei so ziem­lich jeder Schieds­rich­ter­ent­schei­dung. Mit dem Kratzen, Beißen, Spu­cken, liebe Darm­städter, kann man es auch über­treiben. Womit dann auch der Kreis zu Gina Wild geschlossen wäre.

André Schu­bert
All unsere Liebe geht in dieser Woche an André Schu­bert, der das Unmög­liche mög­lich machte und die unbe­sieg­baren Bayern besiegte. Schu­bert hat bei uns ohnehin einen Stein im Brett, weil er uns mit seiner erfolg­rei­chen Art ein wenig die Angst vor der ein­set­zenden Glat­zen­bil­dung nimmt, und er laut Bild“ auf Film­musik steht, womit er an dieser Stelle herz­lich zu unserem nächsten Disney-Film­musik-Karao­ke­abend ein­ge­laden sei (Am Don­nerstag im Döner­grill gegen­über). Aus aktu­ellem Anlass wäre es schön, wenn er Ein Traum wird wahr“ aus Aladdin“ zum Besten geben würde. Danke.