Mirko Slomka, die momen­tane Wet­ter­lage erschwert das Trai­ning enorm. Aller­dings eröffnet sie auch ein paar neue Mög­lich­keiten. Mussten Ihre Jungs schon zum Schnee­schau­feln antreten?
In der Tat hat unser Platz mitt­ler­weile eine kleine Eis­schicht ange­legt. Das ist nicht so ange­nehm. Aber warum sollte es Grund für ein Straf­trai­ning geben?

Nach dem 4:5 gegen Schalke spra­chen Sie von einem Desaster“. Das klang zumin­dest so, als wären Sie ange­fressen.
Natür­lich war ich nicht zu 100 Pro­zent zufrieden, aber in dem Moment habe ich auf eine Frage eines Repor­ters geant­wortet und gesagt, dass dieses Spiel für einen stra­te­gisch den­kenden Trainer ein Desaster war. Dazu stehe ich auch. Aber wenn man vier Tore aus­wärts beim FC Schalke schießt, dann kann man nicht von einer desas­trösen Mann­schafts­leis­tung spre­chen. Im Gegen­teil, dann ist das offensiv sogar außer­ge­wöhn­lich gut.

Außer man kas­siert fünf Gegen­treffer.
Genau, das ist Wahn­sinn. Es war ein irres Spiel, das den Zuschauern welt­weit Spaß gemacht hat. Einem Trainer bereitet das aber weniger Freude.

Wie viel Lust hat man nach so einem Spiel auf eine Trai­ner­ta­gung?
So gesehen war das Frei­tags­spiel ein Vor­teil. Wir konnten am Samstag lange mit der Mann­schaft spre­chen, normal trai­nieren und uns anschlie­ßend noch mal mit den ent­schei­denden Fak­toren aus diesem Spiel beschäf­tigen. Als ich dann Samstag los­ge­fahren bin, habe ich mich richtig auf das Treffen mit den Kol­legen gefreut.

Also war das alles andere als ein Pflicht­termin?
In erster Linie sind diese Tagungen eine will­kom­mene Abwechs­lung. In der Regel laufen wir Trainer uns in der Coa­ching Zone über den Weg. Da bleibt kaum Zeit, sich auch mal länger aus­zu­tau­schen.

Klingt, als würden die Trainer die Ver­an­stal­tung nutzen, um mal den Kopf frei zu bekommen.
Alle Trainer kommen sehr, sehr gerne zur Tagung. Und natür­lich erlebt man neben den inten­siven Dis­kus­sionen auch ein paar unter­halt­same Stunden.

Wenn man die Blicke sieht, die einige Trainer im Bun­des­liga-Alltag aus­tau­schen, kann man sich kaum vor­stellen, dass sie über­haupt mit­ein­ander reden.
Das wird immer sehr auf­ge­bauscht. Wir können selbst­ver­ständ­lich als Kol­legen alle ganz normal mit­ein­ander umgehen. Nach so einem 4:5 kann sich auch der ein oder andere Kol­lege trotz aller Pro­fes­sio­na­lität und Serio­sität auch seinen Spruch nicht ver­kneifen. Sie würden sich wun­dern, wie locker es da zugeht. Wir sind zwar alle irgendwie Kon­kur­renten, aber wir sind eben auch ein gut funk­tio­nie­rendes Team und lassen uns nicht alles gefallen.

Und am Ende packt Thomas Tuchel seine Play­sta­tion aus.
(lacht) Nein, so weit gehen wir nicht. Das über­lassen wir lieber unseren Spie­lern.

Wie sieht denn die eigent­liche Tagung aus: Vorne sitzt Joa­chim Löw und refe­riert, wäh­rend alle Trainer eifrig mit­schreiben.
Natür­lich nicht. Wir dis­ku­tieren auf Augen­höhe. Auch mit Ver­ant­wort­li­chen aus anderen Berei­chen, wie etwa den Schieds­rich­tern. Beim letzten Mal etwa haben wir ange­regt, dass erfah­re­nere Schieds­richter als Vierte Offi­zi­elle ein­ge­setzt werden. Dieser Vor­schlag wird jetzt suk­zes­sive umge­setzt.

Fifa-Schieds­richter Thorsten Kin­höfer nahm beim Spiel zwi­schen Mainz und Frei­burg Thomas Tuchel und Chris­tian Streich quasi in Mann­de­ckung. Es war zu lesen, dass das nicht allen so gut gefallen hat.
Ich halte es für einen wich­tigen Schritt. Alle Betei­ligten haben sich dafür aus­ge­spro­chen, in Zukunft sorg­samer mit­ein­ander umzu­gehen. Dabei geht es auch um den Ton, in dem man mit­ein­ander kom­mu­ni­ziert.

Denkt man an so etwas, wenn in der 89. Minute eine Fehl­ent­schei­dung getroffen wird?
Auch ich weiß, dass ich in der ein oder anderen Situa­tion mal einen for­schen Ton ange­schlagen habe. Ich ver­stehe, dass es für ein junges Schieds­rich­ter­ta­lent kom­pli­ziert ist, damit umzu­gehen. Wir stehen alle enorm unter Druck und werden in unserer Emo­tio­na­lität auch mal Dinge los, die man sonst eher über­denken würde. Ein junger Mensch kann das viel­leicht nicht so ein­ordnen wie ein erfah­rener Mann.

Nicht immer war das Ver­hältnis zwi­schen Joa­chim Löw und den Bun­des­li­ga­trai­nern gut. Gerade in der Anfangs­zeit übte der Stab der Natio­nal­mann­schaft auch Kritik an der Trai­nings­ar­beit in der Bun­des­liga. Nach dieser Tagung lobt Joa­chim Löw explizit die Arbeit der Trainer. Ist das eine Genug­tuung?
Ich hatte nie das Gefühl, dass Joa­chim Löw im Trai­ner­kreis kri­tisch gesehen wurde. Als Jürgen Klins­mann in seiner Anfangs­zeit sehr viele Dinge geän­dert hat, fühlten sich sicher einige vor den Kopf gestoßen. Mit Joa­chim Löw läuft die Zusam­men­ar­beit her­vor­ra­gend. Übri­gens auch mit DFB-Sport­di­rektor Robin Dutt, der sich auch um die Aus­rich­tung der DFB-Nach­wuchs­ab­tei­lung küm­mert.

Wie ist der Kon­takt zum DFB im Alltag?
Robin Dutt hat zum Bei­spiel alle Nach­wuchs­leis­tungs­zen­tren der Liga besucht, in der ver­gan­genen Woche war er bei uns in Han­nover. Da ist der Kon­takt auto­ma­tisch sehr eng. Man trifft sich dann auf eine Tasse Kaffee, tauscht sich aus. Auch das Team um Joa­chim Löw ist sehr prä­sent. Andy Köpke etwa, der in der Öffent­lich­keit nicht so wahr­ge­nommen wird, arbeitet sehr akri­bisch. Für mich ist die Zusam­men­ar­beit per­fekt.

Sie selbst haben 2011 mal Ihr Inter­esse am Job des Bun­des­trai­ners geäu­ßert. Lebt dieser Traum weiter?
Ich hätte in Han­nover nicht um drei Jahre ver­län­gert, wenn ich auf einen Job als Natio­nal­trainer spe­ku­lieren würde. Aber ich habe auch immer gesagt, dass nach der Zeit in der Bun­des­liga für mich auch das Amt als Natio­nal­trainer in Frage kommen würde. Einmal war ich auch schon ganz nah dran an dem Job.

Ach ja?
Nach meiner Zeit auf Schalke wäre ich um ein Haar Natio­nal­trainer von Öster­reich geworden. Das ist dann am Ende an den Ablö­se­mo­da­li­täten geschei­tert. Ich fände es aber nach wie vor außer­or­dent­lich span­nend, eines Tages die besten Spieler eines Landes aus­zu­su­chen und einen Kader zu formen, der das Land bei einem Tur­nier ver­tritt. Das ist doch ein toller Job. Aber dar­über denke ich viel­leicht in zehn Jahren inten­siver nach. Aktuell ist das sicher kein Thema.

Bevor Sie 2010 in Han­nover lan­deten, waren Sie zwei Jahre auf Job­suche. Lernt man in dieser Zeit, dass es auch ein Leben ohne Fuß­ball gibt?
Ein Leben neben dem Fuß­ball gibt es für mich immer, aber es gibt für mich kein Berufs­bild ohne Fuß­ball. Ich habe diese zwei Jahre sehr intensiv am Fuß­ball genutzt, ins­be­son­dere mit Besu­chen bei großen Ver­einen und Trai­nern. Ich habe jeden Tag dazu gelernt.

Sie haben etwa bei Real Madrid hos­pi­tiert. Was kann man bei so einem Klub lernen?
Vor allem habe ich mir die Orga­ni­sa­tion ange­schaut. Wie wird da in der Jugend gear­beitet? Wie stellt sich der Klub in der Öffent­lich­keit auf? Wie sind die Trai­nings­be­din­gungen? Es geht dabei nicht immer um kon­krete Trai­nings­formen. Ich war mitt­ler­weile auch drei Mal bei Arsenal London und habe die Arbeit von Arsène Wenger beob­achtet. Vor allem sein Umgang mit Spie­lern ist sehr beson­ders und kommt meiner Idee von Mann­schafts­füh­rung sehr nah. Aber auch meine Zeit mit Cesare Pran­delli war sehr intensiv. Das alles hat mir geholfen, für mich den besten Weg zu finden.

Wie kommt man als arbeits­loser Bun­des­li­ga­trainer in diese Klubs? Haben Sie Bewer­bungen geschrieben?
Zum Glück ist die Fuß­ball­welt sehr klein. Bernd Schuster, der damals Trainer bei Real Madrid war, habe ich direkt ange­rufen und gefragt, ob ich mir das mal angu­cken kann. Mein Glück: Er hat sofort zuge­sagt. 

Außerdem arbei­teten Sie als TV-Experte, hatten Radio­auf­tritte und schrieben Zei­tungs­ko­lumnen. Was haben Sie über dieses Berufs­feld gelernt?
Das war eine beson­dere Her­aus­for­de­rung und mir hat es gut getan, die andere Seite des Geschäfts kennen zu lernen. Das war eine bewusste Ent­schei­dung, denn gerade beim FC Schalke wurde mir manchmal nach­ge­sagt, ich hätte Pro­bleme mit den Medien. Jetzt weiß ich, in welche Stress­si­tua­tionen Jour­na­listen geraten. Es tut gut, mal im selben Boot zu sitzen und zu merken, was es heißt, die Bericht­erstat­tung mit exklu­siven News anzu­schieben. Dieser tiefe Ein­blick in die Arbeit der Medien hat mir sehr geholfen.

Den­noch haben Sie den Trai­nerjob ver­misst.
Natür­lich, das ist meine Lei­den­schaft. Irgend­wann geht man auch wieder ins Sta­dion und guckt, was sich ent­wi­ckelt hat. Ich bin da vor allem im Aus­land unter­wegs gewesen, weil man hier­zu­lande immer gleich irgendwo ins Gespräch gebracht wird, wenn man auf der Tri­büne auf­taucht. Das mag ich nicht so gerne.

Wäh­rend Ihrer Stu­di­en­zeit haben Sie als Bestü­cker für Flug­zeug-Cate­ring gear­beitet. Was haben Sie aus dieser Zeit für das Leben mit­ge­nommen?
Meine Stu­di­en­zeit hat mich sehr geprägt. Der Job war einer­seits eine finan­zi­elle Absi­che­rung, ande­rer­seits hat mir meine Anstel­lung bei der Luft­hansa ermög­licht, zu sehr güns­tigen Kon­di­tionen welt­weit zu fliegen. Für damals noch 100 Mark nach New York, diese Mög­lich­keiten hätte ich sonst nie gehabt. Natür­lich habe ich das auch genutzt, um mir die Welt anzu­sehen.

Wo waren Sie noch?
Bar­ce­lona, London, Madrid – euro­pa­weit habe ich fast jede Groß­stadt besucht und mir dort Fuß­ball­spiele ange­sehen. Aber ich war auch einige Zeit in Süd­ame­rika.

Eine Pil­ger­reise zum Azte­ken­sta­dion inklu­sive?
Das war natür­lich ein High­light. Aber ich würde es nicht unbe­dingt als Pil­ger­reise bezeichnen, es war immer noch Urlaub, quer durch Süd­ame­rika. Eine Woche Sao Paolo, dann Mexiko-Stadt, solche Erleb­nisse ver­gisst man nie.

Wenn man die Urlaubs­bilder der heu­tigen Profis sieht, hat man manchmal das Gefühl, ihnen fehle dieser Ent­de­cker­geist. Sie fahren lieber in einen Club auf den Male­diven.
Ich habe den Ein­druck, dass die Spieler da weit­sich­tiger und noch ver­ant­wor­tungs­be­wusster geworden sind. Die fahren nicht mehr ein­fach so irgendwo hin und lassen sich die Sonne auf den Rücken scheinen. Sie suchen sich heute wieder Ziele, wo sie etwas erleben. Ob das nun ein Cam­ping­ur­laub ist oder eine Woche in New York.

Geben Sie auch Rei­se­tipps?
Ich glaube, das kriegen die Jungs sehr gut alleine hin. Obwohl mir in New York einiges ein­fallen würde. Die Stadt gehört immer noch zu meinen Favo­riten. Für mich als Ten­nisfan gab es in Flus­hing Mea­dows immer guten Sport zu sehen.

Schauen Sie der­zeit auch die Aus­tra­lien Open?
Selbst­ver­ständ­lich. Ich habe mir gerade die Euro­sport-App gekauft, um mög­lichst alle Spiele live zu sehen. Und wenn Mat­thias Stach dann noch kom­men­tiert: Welt­klasse.

Sie haben mal gesagt: Dieser Job hin­ter­lässt Spuren“. Welche hat Han­nover 96 bisher hin­ter­lassen?
Bis heute ist meine Arbeit bei Han­nover ja von Erfolg geprägt. Aber vor allem die Anfangs­zeit mit sechs sieg­losen Spielen war prä­gend. Zuvor kam der Tod von Robert Enke, der uns alle ver­än­dert hat. Ich habe gemerkt, dass der Umgang mit den Men­schen über vieles ent­scheidet, was in unserem Job pas­siert.

Wie muss man das ver­stehen?
Allein die eigene Familie in der Nähe zu haben, schafft Frei­räume, die man sonst eben nicht hat. Zusammen früh­stü­cken, auch mal abends etwas zusammen unter­nehmen, das ist für einen Trainer nicht normal. Außerdem ist im Verein über die Jahre ein Ver­trau­ens­ver­hältnis zwi­schen allen Per­sonen ent­standen, das wohl ein­malig ist. Der ganze Klub hat sich wei­ter­ent­wi­ckelt, genau wie die Begeis­te­rung für 96 in der Stadt. Ich bin nicht nur glück­lich, dass ich einer von 18 Bun­des­li­ga­trai­nern sein darf, son­dern, dass ich in einer Stadt zuhause bin, in der ich mich sehr wohl fühle.

Sie gelten als akri­bi­scher Arbeiter, Ihr Vor­bild war lange Ralf Rang­nick. Haben Sie aus seiner Geschichte gelernt, dass man als Trainer auch zu viel machen kann?
Ich habe gelernt, dass man Ver­ant­wor­tung abgeben kann und auch muss. Eine sehr wich­tige Erkenntnis, um sich auf das Wesent­liche kon­zen­trieren zu können. Man braucht ein ver­trau­ens­volles Umfeld, um sich auch Frei­räume zu schaffen. Ich brauche meine sport­li­chen Akti­vi­täten, genauso brauche ich Ruhe­phasen. Und in diesen Momenten kann ich darauf ver­trauen, dass die Dinge trotzdem per­fekt wei­ter­laufen.

Nicht ganz so per­fekt lief bisher die Trans­fer­pe­riode für Han­nover 96. Nach der Posse um den pol­ni­schen Ver­tei­diger Pawel Wszolek ist nun vom Schrumpf-Bra­si­lianer“ Franca zu lesen. Was ist da pas­siert?
Ein Name, den sich in der Tat nur der Bou­le­vard aus­denken kann und der Franca sicher auch nicht gut tut. Ich hatte ihn schon bei der medi­zi­ni­schen Unter­su­chung gesehen und gemerkt, dass er kleiner als die ange­kün­digten 1,90 Meter ist. Für mich ist das aber erst einmal uner­heb­lich, wie groß ein Spieler ist, wenn er seine Lei­tung bringt. Aber ich habe die Zuver­sicht, dass Franca für uns ein Gewinn werden wird.

Den­noch haben Sie einen anderen Spie­lertyp gesucht.
Richtig, unsere Such­kri­te­rien waren andere: Wir haben einen großen, kopf­ball­starken Mann für die Sechser-Posi­tion gesucht, damit wir im Zen­trum mehr Bälle erobern können. Des­wegen war ich schon etwas über­rascht, als ich Franca das erste Mal sah.

Viel­leicht springt er ja sehr hoch.
Das alles hat nichts mit der Qua­lität des Spie­lers zu tun. Ich hoffe, dass die Fans ihn jetzt nicht vor­schnell abstem­peln. Wir wussten, dass Franca viel­leicht nicht sofort ein­schlagen wird. Schließ­lich hatte er in Bra­si­lien 30 Tage Pause. Den­noch hat er die­selbe Chance wie jeder andere. Und bei der Kritik, die jetzt kommt, müssen wir jetzt ein­fach auch dage­gen­halten.

In den letzten beiden Pflicht­spielen kas­sierte Han­nover zehn Gegen­tore. Das muss Sie doch wahn­sinnig machen?
Das ist absolut so. Das hat mich ver­rückt gemacht. Gerade weil wir im Trai­nings­lager an den Schwä­chen in der Defen­sive gear­beitet haben und uns klar war, dass wir uns exzel­lent ver­stärkt hatten. Und dann kriegst du fünf Gegen­tore im ersten Spiel. Wahn­sinn. Aber auch klar ist: Wir haben uns explizit darauf ver­stän­digt, wei­terhin nach vorne zu ver­tei­digen, also ständig aktiv am Ball­ge­winn zu arbeiten. Dafür haben wir sehr viel Grund­la­gen­ar­beit gemacht.

Wie sieht die aus?
Dazu gehören men­tale Grund­lagen: sofor­tiges Reagieren, das Unter­drü­cken von Ent­täu­schungen, die einen auto­ma­tisch langsam machen auf dem Platz, kon­se­quentes Nach­setzen. Wir haben an der Orga­ni­sa­tion und an den Abspra­chen gefeilt. Wenn dann im ersten Spiel nach der Rück­runde plötz­lich viele orga­ni­sa­to­ri­sche Dinge nicht stimmen, ist das schon beson­ders ent­täu­schend.

Sie haben nach Ihrer Ver­trags­ver­län­ge­rung gesagt: Wir spielen seit zwei Jahren am Limit!“ Muss man seiner Mann­schaft auch mal eine Schwä­che­phase zuge­stehen?
Ich weiß, dass meine Mann­schaft seit Jahren sehr stabil agiert. Aber um den nächsten Schritt zu machen, wissen wir auch, dass wir uns auf gewissen Posi­tionen anders prä­sen­tieren müssen. Sei es mit anderen Spie­ler­typen oder unter einer anderen tak­ti­schen Aus­rich­tung. Aber grund­sätz­lich werden wir an den Dingen fest­halten, die uns in den letzten Jahren stark gemacht haben. Und dazu gehört auch eine Mann­schaft, die geschlossen arbeitet und Kritik ertragen kann. Wir brau­chen eine Erfri­schung, wie sie jede Mann­schaft immer mal wieder braucht. Der­zeit haben wir den Luxus, auch in die Zukunft inves­tieren zu können, was andere Klubs der­zeit viel­leicht nicht können, weil sie Schul­den­berge abbauen müssen. Da können wir einen Schritt voraus sein.

Sie sehen das Ziel Ihres Prä­si­denten, aus Han­nover eine deutsch­land­weite Marke“ zu machen, also nicht gefährdet.
Im Gegen­teil. Durch das Spek­takel gegen Schalke haben wir jetzt schon welt­weit für Auf­sehen gesorgt. Immerhin waren über 200 Länder live dabei.