Die Wahl ist keine Über­ra­schung für mich. Schon als Hakan nach der C‑Jugend vom SV Waldhof zu uns nach Karls­ruhe kam, waren etliche Bun­des­li­gisten an ihm dran. Er wusste schon damals, dass er über beson­dere fuß­bal­le­ri­sche Fähig­keiten ver­fügt – und machte keinen Hehl daraus, dass er kein nor­maler Fuß­baller sein wollte, son­dern einer, der her­aus­ragt und auf­fällt. Sein Ver­trag galt nur bis zum Ende der A‑Ju­gend-Zeit. Danach wollte er frei für höhere Auf­gaben sein. Auch in der Hin­sicht ist seine Kar­riere clever geplant. Beim KSC waren wir froh, dass er sich über­haupt für uns ent­schieden hatte. Hakan hat ein gutes Auge, er beherrscht den töd­li­chen Pass, er hat eine große Prä­zi­sion am Ball, einen super Abschluss – und wenn er will, dann legt er sich für ein Team mit enormer Lauf­be­reit­schaft krumm. Aber er braucht auch stets eine Hand, die ihn führt. Sonst kann es vor­kommen, dass er es sich mit der Son­der­stel­lung, die er zwangs­läufig auf­grund seines Talents im Team besitzt, ein biss­chen bequem macht. Wenn man ihm jedoch sagt, was man erwartet, macht er alles, um zu spielen.

Er führt durch Leis­tung

Ich weiß noch, wie ich ihn einmal wegen seines man­gelnden Ein­satzes im Spiel gegen den Ball aus der Mann­schaft nahm. Das hat ihn der­maßen gewurmt, dass er alles tat, um wieder in der ersten Elf zu stehen. Jörn Andersen holte ihn als Teen­ager aus der Jugend zu den Profis. Er schlug sofort ein. Mit knapp 18 Jahren über­nahm er schon sehr viel Ver­ant­wor­tung, aber ich habe nie den Ein­druck gehabt, dass es ihm zu viel wird. Im Gegen­teil. Er führt ein Team allein durch die Leis­tung.

Ein Tor als Ver­mächtnis

Er ist kein Enter­tainer, kein Witz­bold, auch kein klas­si­scher Antreiber, aber er setzt spie­le­risch die Impulse, die die Mit­spieler ansta­cheln. Unver­gess­lich ist sein Frei­stoßtor drei Spiel­tage vor dem Ende der Saison 2012/13 in Darm­stadt.
Der 1:0‑Siegtreffer zwei Minuten vor Schluss bedeu­tete unsere Rück­kehr in die zweite Liga. Es war vorher klar, dass er Karls­ruhe ver­lassen würde, aber sein Tor war sein Ver­mächtnis. Mit 19 Jahren machte er für uns den Auf­stieg quasi klar – und ich weiß, auch ihm hat das viel bedeutet.
Seine vier Jahre in Karls­ruhe waren sein erster Schritt ins Pro­fi­leben. Den hat er mit Bra­vour gemacht.