Sein Vor­name ist gewis­ser­maßen Pro­gramm: Zico Mare­caldi aus Malmö in Süd­schweden befindet sich auf einer Mis­sion. Der 13-Jäh­rige soll eines Tages ein Super­star werden. Auf dem Weg zum Gipfel machte Zico bereits bei Bröndby IF und beim großen FC Bar­ce­lona Sta­tion. Richtig glück­lich wurde er weder da noch dort. Doch das scheint auch nicht so wichtig. Zico weiß, dass es Ent­beh­rungen mit sich bringt, wenn man alles dem ganz großen Ziel unter­ordnet. Ich wollte schon immer jemand sein, dessen Name in den Schlag­zeilen steht, an den man sich später mal erin­nert“, erklärt er in der schwe­di­schen Zei­tung Expressen“. Letzt­lich geht es doch im Leben darum, wie viele Fans man hat. Hat man keine Fans, kann man sich auch nicht kaufen, was man will. Ohne Fans ist man also gar nichts im Leben.“

Schon als Zico neun Jahre jung war, ver­frach­teten seine Eltern ihn vom hei­mi­schen Malmö nach Bar­ce­lona. Dort bekam er einen Platz in der pri­vaten Fuß­bal­laka­demie Fund­a­ción Marcet“, die eng mit Barca koope­riert. Auf diese Weise konnte der Klub die FIFA-Restrik­tionen bezüg­lich der Ver­pflich­tung Min­der­jäh­riger aus dem Aus­land umgehen. Das erste Jahr in Bar­ce­lona war hart für Zico, sehr hart. Tags­über ging er zur Schule, trai­nierte, aß, trai­nierte, aß. Abends weinte er sich oft in den Schlaf. Er hatte Heimweh und ver­misste seine Eltern. Papa Antonio kam nur alle paar Wochen für ein paar Tage zu Besuch. Dann, nach zwölf Monaten, zog die ganze Familie Mare­caldi aus beruf­li­chen Gründen“ in die kata­la­ni­sche Metro­pole. So durfte Zico ganz offi­ziell ins Barca-Internat La Masia“ wech­seln.

Zico macht auf Zlatan

Nach seiner Ankunft dort berich­tete ein lokaler TV-Sender, Barca habe den Sohn des echten“ Zico ver­pflichtet. Das war natür­lich eine Ente. Die Familie Mare­caldi hat ihre Wur­zeln nicht in Bra­si­lien, son­dern in Argen­ti­nien, Chile, Syrien und Schweden, wes­halb sich schon bald Talent­späher der ent­spre­chenden Ver­bände auf den Weg machten, um Barcas neuen Wun­der­knaben zu bestaunen. Eine Zei­tung ernannte Zico prompt zum Messi Skan­di­na­viens“. Letzt­lich aber wurde der Drib­bel­künstler auch in La Masia“, dieser welt­be­rühmten und für ihre Strenge berüch­tigten Talent­schmiede, nicht glück­lich. So erzählt es Vater Antonio. In Bar­ce­lona gibt es Stimmen, die behaupten, der Filius sei ein­fach nicht gut genug gewesen. Jeden­falls zog die Familie schon bald heim und Zico heu­erte beim däni­schen Top­klub Bröndby IF an – nur knapp 30 Auto­mi­nuten von Malmö ent­fernt.

Doch auch in Bröndby lief es nicht. Angeb­lich soll Zico zu sehr auf Zlatan Ibra­hi­movic gemacht haben: großes Ego, kleines Lauf­pensum und so. Er wech­selte zu Ishöys IF, einem Klub, der eben­falls im Groß­raum Kopen­hagen zu Hause ist. Dort spielt Zico nun in der U15. Über­gangs­weise, wie der Papa betont. Einmal, im Oktober, sollen gleich sieben aus­län­di­sche Talent­späher an der Sei­ten­linie gestanden haben. Immerhin schoss Zico sein Team mit zwölf Sai­son­toren in die höchste Jugend-Spiel­klasse Däne­marks. Dort will er 2018 so richtig für Furore sorgen – und denen in Bröndby mal zeigen, wen sie da ver­grault haben.