Mitt­woch­abend in Osna­brück: Der VfL emp­fängt Preußen Münster zum Derby, die ohnehin bri­sante Partie geht hoch­emo­tional zu Ende. Die Osna­brü­cker kas­sieren in der 90. Minute per Eigentor das 1:2, schießen aber in der Nach­spiel­zeit noch das 2:2. Schieds­richter Bas­tian Dan­kert beendet das Spiel unmit­telbar nach dem Treffer. Tor­schütze Halil Savran springt zum Tor­jubel zunächst über die Bande und nimmt anschlie­ßend Kurs auf Müns­ters Amaury Bischoff. Der ist in Osna­brück zum Hass­ob­jekt geworden, seit er im März 2014 den VfL-Spieler Tom Mer­kens mit einer harten Grät­sche das Sprung­ge­lenk gebro­chen hatte. Beim Spiel am Mitt­woch wurde er von den Osna­brü­cker Fans bei jeder Ball­be­rüh­rung aus­ge­pfiffen. Die Kameras zeigen, wie Savran mit Bischoff spricht, dann rauscht im Hin­ter­grund Tom Mer­kens in Zivil heran, schubst Bischoff, der fällt wie vom Blitz getroffen zu Boden und wird anschlie­ßend behan­delt.

Kurz nach dem Spiel ver­öf­fent­licht bild​.de einen Artikel mit der Über­schrift Späte Rache für Knö­chel­bruch“. Darin fol­gender Inhalt: Von der Haupt­tri­büne stürmt plötz­lich ein Zuschauer in Zivil aufs Spiel­feld, rennt direkt auf Müns­ters Spiel­ma­cher Amaury Bischoff (27) zu, atta­ckiert ihn, stößt ihn zu Boden. Bischoff hält sich den Kopf, wäh­rend Preu­ßens Manager Carsten Gockel (42) dem davon het­zenden Täter hin­terher eilt. Ihn schließ­lich mit Hilfe eines Poli­zei­be­amten stellt. Dabei kommt raus: Der ›Amok-Läufer‹ ist Tom Mer­kens (25). Ein Profi des VfL, dem Bischoff zwei Jahre zuvor im Derby mit einem Foul das Sprung­ge­lenk gebro­chen hatte. Jetzt seine späte und sau­dumme Rache.“

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Am Don­ners­tag­mittag ver­öf­fent­licht Spiegel Online“ eben­falls einen Text zum Thema. Über­schrift: Osna­brücks Mer­kens rächt sich für Knö­chel­bruch“: Unmit­telbar nach dem Schluss­pfiff von Schieds­richter Bas­tian Dan­kert und im Jubel der Osna­brü­cker stürmte ein Mann in Zivil aufs Spiel­feld, rannte auf Müns­ters Amaury Bischoff zu, schubste ihn und riss ihn zu Boden. Doch es war nicht irgendein Zuschauer. Die Poli­zei­be­amten, die den Täter stoppten, stellten fest: Es war Tom Mer­kens, ein Profi des VfL. Der Grund für die Attacke: Ein Foul­spiel vor fast zwei Jahren.“

War es wirk­lich ein Rache-Akt“ von Amok-Läufer“ Tom Mer­kens. Jürgen Weh­lend, Geschäfts­führer vom VfL Osna­brück, erklärt im Inter­view seine Sicht der Dinge.