Lars Pape, Sie haben für Ihren Film über meh­rere Monate hinweg 50 For­tuna-Legenden inter­viewt. Wel­cher Moment ist Ihnen dabei am meisten in Erin­ne­rung geblieben?
Jede ein­zelne Begeg­nung war unglaub­lich. Beson­ders bewe­gend war jedoch das Treffen zwi­schen Peter Meyer und Jürgen Schult. Die beiden spielten Mitte der Sech­ziger zusammen für die For­tuna und sahen sich am Tag des Inter­views zum ersten Mal nach 46 Jahren wieder. Alle im Raum hatten eine Gän­se­haut.

Wie kam Ihnen die Idee für das Pro­jekt?
Das war für uns als For­tuna-Fans von Anfang an eine abso­lute Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Wir wollten schon länger einen Film machen, der die Euphorie von früher wieder auf­keimen lässt und die Leute an die Geschichte des Ver­eins und dessen Helden erin­nert. Für die Umset­zung fehlten uns einzig und allein die finan­zi­ellen Mittel.

Und da dachten Sie sich: Warum nicht ein­fach den Fan zahlen lassen?
Genau, schließ­lich hat der ja auch was davon. Bei der Crowd­fun­ding-Platt­form mel­deten wir uns mit dem Ziel an, inner­halb von sechs Wochen 60.000 Euro zu sam­meln. Die Betreiber hielten uns für ver­rückt und waren über­zeugt, dass das nicht zu schaffen sei. Am Ende wurden uns 90.000 Euro von fast 1200 Per­sonen bereit­ge­stellt.



Hätten Sie mit dieser Reso­nanz gerechnet?

Nein, der Fuß­ballfan stellte für uns eine unbe­re­chen­bare Variable dar. Eigent­lich war das Ganze damals eine totale Schnaps­idee, aber wir dachten, es könnte zumin­dest einen Ver­such wert sein und pro­bierten unser Glück. Dass das Pro­jekt auf so großen Zuspruch stieß, zeigt, dass man auch ohne Geld etwas auf die Beine stellen kann – wenn die Idee stimmt.

Sam­meln Sie bereits fleißig für den nächsten Film?
Bisher noch nicht. Natür­lich würde ich auch in Zukunft gerne noch wei­tere Doku­men­ta­tionen rund um den Fuß­ball drehen, aller­dings muss das Thema stimmen. Ich könnte als Außen­ste­hender zum Bei­spiel nie einen Film über Borussia Mön­chen­glad­bach machen. Das wäre nicht authen­tisch.

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For­tunas Legenden“ ist nächste Woche auf dem Fuß­ball­film­fes­tival 11mm zu sehen. Mehr Infos und Tickest bekommt hier hier »