Seite 2: „Der Rekord lag bei 3000 Euro an einem Spieltag"

Wie würde in nor­malen Zeiten so ein Derby-Tag bei euch ablaufen, wo würdet ihr das Spiel schauen und wie­viele Biere würdet ihr trinken?
Es gibt natür­lich Leute bei uns, die sind dabei, obwohl die eigent­lich gar kein Bier trinken. Die sind natür­lich in der Min­der­heit, die müssen dann fahren (lacht). Auch wenn wir die Aktion Herthak­neipe“ sind wären wir unter nor­malen Umständen natür­lich im Sta­dion. Aber klar, vorher wären wir wahr­schein­lich beim Klaus im Kugel­blitz“ im Wed­ding und würden zwei bis drei Bier trinken und dann auf zum Sta­dion. Am Olympia-Eck“ würden wir viel­leicht vor oder nach dem Spiel nochmal stehen bleiben und wo es nach dem Spiel hin­geht, hängt natür­lich vom Ergebnis ab.

Und wie schaut ihr das Derby heute?
Das ist echt ein großer Wer­muts­tropfen heute: Die Aktion mit vollem Sta­dion, das wäre von der Emo­tio­na­lität her noch einmal etwas ganz anderes für uns. Heute ist es so, dass die meisten privat gucken. Ich schaue mit drei wei­teren Leuten aus der Aktion mit Beamer; wir sind tat­säch­lich nur zwei Haus­halte, da ist das erlaubt. Natür­lich hat auch unsere vir­tu­elle Kneipe geöffnet, da sehen wir uns dann immerhin online vor und nach dem Spiel.

Wie­viele Kneipen konnte eure Aktion bisher unter­stützen?
Wir haben zehn Kneipen unter­stützt. Natür­lich gibt es noch deut­lich mehr und es ist immer schwierig, daraus eine kon­krete Aus­wahl zu treffen. Auf der anderen Seite bringt es auch nichts, wenn wir dreißig oder vierzig Kneipen mit rein­nehmen und am Ende jeder 300 Euro bekommt. Das ist kein Betrag, mit dem ein Wirt die Miete bezahlen kann.

Wie lief das kon­kret ab?
Wir haben das damals so gemacht, dass wir zu jedem Spieltag gesam­melt haben. Der Rekord an einem Bun­des­li­ga­wo­chen­ende lag bei 3000 Euro, die wir dann an eine Kneipe geben konnten. Dadurch, dass wir T‑Shirts und Mer­chan­dise von Hertha ver­kaufen konnten, konnten wir auf­sto­cken, sodass jede Kneipe min­des­tens 1892 Euro bekommen hat. Bis­land haben alle zehn Kneipen über­lebt. Es ist natür­lich die Frage, wie lange das noch gut geht. Das wäre natür­lich der Worst Case, wenn sie damals den Lock­down über­standen hätten, aber jetzt trotzdem schließen müssten. Wir sind gerade dabei wieder zu helfen: In unserem Money­pool haben wir aktuell circa 5500 Euro gesam­melt, dann kommen noch die Kalender mit dazu, die wir aktuell ver­kaufen. Viel­leicht können wir auch die Tri­kots ver­stei­gern, die heute getragen werden. Da würde sicher­lich noch einmal einiges für die Kneipen zusam­men­kommen.

Wird es das Trikot auch im Fan­shop geben? Und bekommt ihr auch ein paar Exem­plare davon?
Jetzt könnte ich mal ein biss­chen Druck auf Hertha aus­üben (lacht). Wir haben jeden­falls gemerkt, dass sich viele Leute diese Tri­kots wün­schen. Ich kann nicht ver­spre­chen, dass die in die Fan­shops kommen. Klar ver­su­chen wir, an ein paar Exem­plare her­an­zu­kommen. Ich glaube, dass sich das Trikot in der ein oder anderen Kneipe sehr schön machen würde. Wir reden da noch mit Hertha drüber.

Wenn die Kneipen irgend­wann wieder auf­ma­chen: Wie­viele Biere werdet ihr dann trinken?
Sicher mehr als zwei oder drei.