Zoltan Varga
Er sollte der beste unga­ri­sche Fuß­baller nach Ferenc Puskas werden, aber Zoltan Varga schei­terte auch an der kom­mu­nis­ti­schen Enge in seinem Hei­mat­land. Als er sich bei den Olym­pi­schen Spiele 1968 in Mexiko absetzte, wurde er dar­aufhin zur Todes­strafe wegen Repu­blik­flucht ver­ur­teilt. Was in seinem Fall noch schlimmer war: Außerdem belegte ihn die Fifa mit einer ein­jäh­rigen welt­weiten Sperre. Nach Ablauf der Frist heu­erte er u.a. bei Hertha BSC und Borussia Dort­mund an, aber der ganz große Durch­bruch blieb ihm ver­wehrt. Am 9. April 2010 brach Varga bei einem Oldie-Kick zusammen, mit 66 Jahren starb das eins­tige Wun­der­kind“ an Herz­ver­sagen.

Wlod­zi­mierz Lub­anski
Wlodek“ machte sein erstes Spiel bereits mit 16 für die pol­ni­sche Natio­nal­mann­schaft und galt bald als Becken­bauer des Osten“. Die pol­ni­sche Zei­tung Pilka Nozna“ froh­lockte: Er hat eine unge­heure Schnel­lig­keit, vor allem eine vor­züg­liche Beschleu­ni­gung auf den ersten Metern. Ein genauer Schuss aus beiden Beinen, ein aus­ge­zeich­neter tak­ti­scher Sinn!“ Doch seine hoff­nungs­voll begon­nene Kar­riere endete tra­gisch: 1973, bei den legen­dären WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen gegen Eng­land, schoss Lub­anski zwar ein Tor, wurde aber in einem Zwei­kampf so rüde gelegt, dass ihm dabei das Kreuz­band riss. Die über­ra­gende WM seines Landes (Platz 3) ver­passte er und fand nie wieder zur alten Glanz­form zurück.

Fabio Alder­rucci
1989 sorgte ein junger Deutsch-Ita­liener namens Fabio Alde­rucci für Furore, weil er in einer Saison 216 Tore erzielte, davon neun in einem Spiel. Zwar als D‑Jugendlicher, aber das hin­derte nie­manden daran, den jungen Mann zum Heils­bringer des Welt­fuß­balls aus­zu­rufen. Der ita­lie­ni­sche Staats­sender RAI 1 lud Alde­rucci zum Inter­view, das Sport­studio“ ließ ihn gegen Franz Becken­bauer an der Tor­wand antreten. 600.000 Mark“ sei der Nach­wuchs­mann wert, tönte die ita­lie­ni­sche Presse, angeb­lich soll Juventus Turin kurz­zeitig inter­es­siert gewesen sein. Alde­rucci machte nie ein Pro­fi­spiel und ver­schwand im Nie­mands­land des Ama­teur­fuß­balls. Wir zitieren aus einem Foren-Ein­trag auf einer Fan­seite der Stutt­garter Kickers: Der spielt bei Inter Groß­heppach in der Kreis­liga B3 Rems-Murr. Zumin­dest hat er da in der Vor­runde gekickt, da hat meine Mann­schaft gegen die gespielt. Er war unter vielen Blinden noch einer der Bes­seren. Aber eine steile Kar­riere sieht doch etwas anders aus…“

Mohamed Kallon
Kin­der­ar­beit vom Feinsten“ kom­men­tierte die Süd­deut­sche Zei­tung“ den großen Moment in der Kar­riere von Mohamed Kallon. Der war 16, als er beim Afri­kacup 1996 ein Tor erzielte und damit der jüngste Tor­schütze der Tur­nier­ge­schichte wurde. Schnell wurde das Wun­der­kind aus Sierra Leone“ von Scouts und Berater umla­gert, schließ­lich unter­schrieb Kallon einen 7‑Jahres-Ver­trag (!) bei Inter Mai­land. Die Folge: Kallon wurde her­um­ge­reicht wie Tep­pich­proben, in den fol­genden Jahren ver­lieh ihn Inter sechs Mal. Der Durch­bruch gelang ihm nie, zusätz­lich wurde er am 27. Sep­tember positiv auf das Doping­mittel Nan­drolon getestet und für sechs Monate gesperrt. Heute spielt er wieder in seiner Heimat. Bei einer Mann­schaft mit dem pas­senden Namen Kallon FC.

Marek Saga­nowski
Er ist beid­füßig, schnell und kopf­ball­stark. Ich möchte ihn haben. 17-jäh­rige Natio­nal­spieler gibt es nicht wie Sand am Meer.“ Sprach 1996 HSV-Coach Felix Magath und meinte Marek Saga­nowski, einen in Lodz gebo­renen Stürmer, der als große Hoff­nung seines Landes galt. Saga­nowski kam dann tat­säch­lich, wurde dreimal ein­ge­setzt und ver­schwand wieder in den Untiefen zwi­schen Wisla Block, Odra Wod­zislaw und ES Troyes. Heute spielt er bei Legia War­schau.

Marco Quot­schalla
Der Fall Quot­schalla sorgte 2001 für Auf­sehen in der deut­schen Fuß­ball­land­schaft. Da nahm der 1. FC Köln den Köl­schen Jung für satte acht Jahre unter Ver­trag. Quot­schalla war zu diesem Zeit­punkt erst zwölf Jahre alt. Schwere Ver­let­zungen ver­hin­derten jedoch einen idealen Wer­de­gang, 2005 mus­terte ihn der dama­lige U19-Trainer Frank Schaefer aus, Quot­schalla ging zu Ale­mannia Aachen. Hier kam der ehe­ma­lige Wun­der­knabe immerhin zu zwei Ein­sätzen in der Bun­des­liga, ehe er über die Sta­tionen Schalke II, Wup­per­taler SV, Ein­tracht Trier und NFC Orlandina im Winter 2015 bei der TuS Koblenz lan­dete. Marco Quot­schalla spielt also immer noch Fuß­ball. Das wird seinem Vater gefallen. Der erklärte Anfang des neuen Jahr­tau­sends: Fuß­ball macht Spaß und ist die beste Medizin, damit er nicht mal abdriftet. Solange er Fuß­ball spielt, kommt er mit Drogen nicht in Kon­takt.“