Seite 2: Padilla ist sich keiner Schuld bewusst

In einem Gespräch mit der Zei­tung La Pensa Gracia“ bestä­tigte er am Montag die Offerte, betonte aber, dass er sich keiner Schuld bewusst sei. Er habe die Spieler schließ­lich nicht ange­stiftet, absicht­lich zu ver­lieren, son­dern wollte sie nur dafür belohnen, beson­ders gut zu spielen. Aller­dings lässt er dabei außen vor, dass er den Spie­lern von El Sal­vador durchaus den Anreiz gab, zumin­dest auf eine knappe Nie­der­lage zu spielen. Dafür hätte es immerhin noch 15 Dollar pro Spiel­mi­nute gegeben, was bei 90 Minuten schon ein Ver­dienst von 1.350 Dollar gewesen wäre. Ob die Fifa etwas in dem Fall unter­nimmt, ist bis­lang unklar.

Die Spieler von El Sal­vador wollten mit dem Schritt an die Öffent­lich­keit wohl vor allem ihr Image auf­bes­sern. Denn bereits 2013 waren 14 Natio­nal­spieler in einen Wett­be­trug ver­wi­ckelt gewesen und nach Unter­su­chungen des natio­nalen Ver­bands FESFUT lebens­lang gesperrt worden. Drei wei­tere Akteure wurden bis zu 18 Monate aus dem Ver­kehr gezogen. 

Kon­flikt­ge­la­dene Geschichte – Fuß­ball­krieg“ 1969

Der jet­zige Bestechungs­ver­such hat zudem eine beson­dere Bri­sanz, wenn man die kon­flikt­ge­la­dene Geschichte von El Sal­vador und Hon­duras kennt. Im Jahr 1969 löste die Qua­li­fi­ka­tion zur Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 1970, in der beide Natio­nal­teams um den Einzug in die End­runde kämpften, den soge­nannten Fuß­ball­krieg“ aus. Vier Tage bekämpften sich die beiden Länder, dabei kamen 2.100 Men­schen ums Leben. Bereits bei den beiden vor­an­ge­gan­genen Qua­li­fi­ka­ti­ons­be­geg­nungen hatte es Fan-Aus­schrei­tungen gegeben. Scheiben wurden ein­ge­schlagen, Böller abge­feuert, Eier und tote Ratten in die Zimmer der Spieler geworfen.

Da in den beiden Spielen einmal Hon­duras und einmal El Sal­vador gewann und es damals noch keine wei­teren Kri­te­rien wie die Tor­dif­fe­renz gab, mussten die Teams zu einem Ent­schei­dungs­spiel auf neu­tralem Boden antreten. Im Azte­ken­sta­dion von Mexiko-Stadt stand es nach 90 Minuten 2:2, doch in der Ver­län­ge­rung schoss Pipo Rodríguez El Sal­vador in die End­runde der WM in Mexiko. Zwei Tage später begann der Krieg.
 

Dieses Mal kamen die Hon­du­raner in der WM-Qua­li­fi­ka­tion eine Runde weiter. Dank eines Unent­schie­dens gegen Mexiko am ver­gan­genen Mitt­woch hatte Hon­duras am Ende einen Punkt mehr auf dem Konto als Kanada. El Sal­vador dagegen verlor mit 1:3 gegen die Kana­dier und konnte somit jeden Zweifel aus­räumen. Geld hätte es bei diesem Ergebnis sowieso nicht gegeben.