Seite 2: „Auch WM-Stars vergreifen sich im Schuhschrank“

Franz Gerber: Einmal abheben“

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Franz Gerber kickte 21 Minuten für die Bayern, gegen Han­nover 96 am 15. April 1972 im Sta­dion an der Grünwalder Straße. Die Münchner gewannen locker 3:1.

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Als ich noch als Jugend­spieler meinen ersten Ver­trag unter­schrieb, kam ich in die Mann­schaft mit Becken­bauer, Müller, Hoeneß und Co. Das waren Super­stars, die eine Ära prägen sollten. Im Trai­ning wurden immer A‑Kreise, B‑Kreise und C‑Kreise gebildet, als junger Spieler musste ich natürlich im C‑Kreis anfangen. Ich war zwar ein Teil der Mann­schaft, war aber zugleich auch ein Lehr­ling und musste nach jedem Trai­ning die Bälle zusam­men­sam­meln. Das galt dann auch bei den Mann­schafts­abenden, wenn es an die Kar­ten­ti­sche ging. Ich bin in München auf­ge­wachsen und ein eini­ger­maßen guter Schaf­kopf­spieler. An den eta­blierten Einser-Tischen spielten Paul Breitner, Manager Robert Schwan, Franz Bulle“ Roth und der Uli Hoeneß. Ich bin mir nicht sicher, ob die alle besser waren als ich, aber sie hatten auf jeden Fall mehr Geld. Da hätte ich mit meinem ersten Ver­trag nicht mit­spielen können. Wenn ich Glück hatte, dann musste mal einer pie­seln und ich durfte für ihn vor einer neuen Runde die Karten auf­heben. Auf dem Platz durfte ich auch einmal mit­spielen. Damit habe ich natürlich maß­geb­lich zur Meis­ter­schaft bei­getragen. (Lacht.)

Ste­phan Fürstner: Auch WM-Stars ver­greifen sich im Schuh­schrank“

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Ste­phan Fürstner holte in der Saison 2006/07 mit dem FC Bayern einen Punkt bei Borussia Mönchengladbach. Er stand drei Minuten auf dem Platz.

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Es war kurz nach der WM 2006 in Deutsch­land. Ich hatte gerade meinen ersten Pro­fi­ver­trag unter­schrieben, mein erstes Trai­ning bei der Ersten unter Felix Magath stand an. Bevor es richtig los­ging, ver­sam­melte Magath uns im Kreis und rich­tete ein paar Worte an uns. Plötz- lich hörte er auf zu reden und starrte auf Poldis Schuhe. Sie waren blau. Mit Nach­druck fragte er Lukas, ob er denn Bay­erns Ver­eins­farben kenne. Blau-Weiß sei auf der anderen Stra­ßen­seite, bei den Löwen. Dahin könne er gehen, wenn er sich nicht schnellstmöglich Schuhe in den rich­tigen Farben bestellt. Ich selbst bin nach dieser Aus­sage erst mal einen Schritt nach hinten getreten und habe meine eigenen Schuhe gemus­tert. Die waren zum Glück wie immer schwarz. Ich bin also durchs Raster gefallen. Für mich war es inter­es­sant zu sehen, dass Magath alle gleich behan­delt und auch ein WM-Held wie Podolski, den ich zu- vor nur aus den Medien kannte, keine Extrawürste bekommt.