Seite 2: Top-Stürmer, Top-Abwehr

3. Die Flü­gel­zange funk­tio­niert wieder

Die Dop­pel­zehn nimmt zugleich den Druck von den Außen­spie­lern. In den ver­gan­genen ein­ein­halb Jahren war Kostic als Links­außen zum Frank­furter Schlüs­sel­spieler avan­ciert: Fast jeder Angriff lief über ihn. Das machte die Ein­tracht zugleich aus­re­chenbar. Kostic aus dem Spiel zu nehmen, war für Frank­furts Gegner häufig die halbe Miete.

Die Dop­pel­zehn zieht mit ihrer Dribb­lingstärke ver­mehrt Gegen­spieler auf sich. Außen­ver­tei­diger müssen weiter ins Zen­trum ein­rü­cken, um gegen die Dribb­lings von Younes, Kamada und Barkok abzu­si­chern. Das schafft wie­derum Räume auf den Außen.

Wäh­rend Kostic auf links seinen dritten Früh­ling erlebt, hat Hütter end­lich die Ide­al­be­set­zung für die rechte Seite gefunden. Erik Durm fehlen zwar die Explo­si­vität und Krea­ti­vität eines Kostic. Dafür über­zeugt er mit uner­müd­li­chem Lauf­ein­satz sowie mit genauen Her­ein­gaben. Dank seiner starken Form wurde das Vakuum auf der rechten Seite gefüllt.

4. Stürmer, die immer treffen

Es hat fast schon Tra­di­tion, dass Ein­tracht Frank­furts Stürmer treffen und treffen und treffen. Andre Silva tritt in dieser Hin­sicht in die Fuß­stapfen der Büf­fel­herde: Er steht nun­mehr bei 14 Sai­son­tref­fern. Jovic macht indes da weiter, wo er vor seinem Weg­gang nach Frank­furt auf­ge­hört hatte. Seit seiner Rück­kehr aus Madrid traf er dreimal in drei Kurz­ein­sätzen.

Auf­fällig ist, wie kalt­blütig Frank­furts Stürmer vor dem Tor agieren. Selbst schwie­rige Bälle werden mit Voll- oder Innen­spann auf das Tor gedro­schen. Die Ein­tracht scheint beson­deren Wert auf Schuss­trai­ning zu legen; ihre Stürmer treffen jeden­falls besser als die meisten Angreifer der Kon­kur­renz. Knapp jeder siebte Schuss landet im Tor. Das ist der dritt­ef­fi­zi­en­teste Wert der Liga nach Bayern Mün­chen und Union Berlin.

5. Defen­sive Sta­bi­lität

Die offen­sive Wei­ter­ent­wick­lung hat der Ein­tracht geholfen, die aktu­elle Erfolgs­serie zu starten. Ihre größte Stärke bleibt aber wei­terhin die Defen­sive. Adi Hütter ist einer der besten Trainer des Landes, was die Ver­mitt­lung eines aggres­siven wie kom­pakten Pres­sings angeht. Seine Frank­furter sind enorm schwer zu bespielen. Wenn sie erst einmal in Füh­rung liegen, können sie mit ihrer kör­per­lich wuch­tigen Defen­sive den Gegner in Schach halten und das Ergebnis über Konter hoch­schrauben.

Auch defensiv hat die Umstel­lung auf ein 3 – 4‑3-System geholfen: Acht Gegen­tore haben die Frank­furter in den sieben Spielen seit dem Sys­tem­wechsel hin­nehmen müssen. In den elf Spielen zuvor hatten sie 19 Gegen­tore kas­siert.

Wie schwer sich die Gegner mit der Ein­tracht tun, zeigt ihre Nie­der­lagen-Bilanz. Gerade einmal zwei Spiele haben sie diese Saison ver­loren; gegen Bayern Mün­chen und gegen den VfL Wolfs­burg. Die Gegner beißen sich in dieser Spiel­zeit die Zähne an der Ein­tracht aus.

Damit das wei­terhin so bleibt, haben die Frank­furter das Duo Kostic und Jovic wieder zusam­men­ge­führt. Die Rück­kehr des ver­lo­renen Sohns wird die Ein­tracht nur stärker machen; das haben die ersten Spiele bereits ange­deutet. Hält die Mann­schaft ihre Form, könnte sogar die Rück­kehr in den Euro­pa­pokal gelingen.