Der Rooney-Effekt ist ein viel­schich­tiges Phä­nomen. Kurz nachdem Wayne Rooney schon als Teen­ager seinen Durch­bruch im eng­li­schen Fuß­ball geschafft hatte, spra­chen Experten erst­mals von diesem kau­salen Zusam­men­hang. Jeder Eng­länder, der noch nicht 20 war und einen Ball gera­deaus treten konnte, galt als der nächste Wayne Rooney und rannte in seinem Wind­schatten zum unab­wend­baren Erfolg. Dann stand der stäm­mige Stürmer von Man­chester United für einen Trend unter Eng­lands Män­nern – weg von der gestylten Metro­se­xua­lität David Beck­hams und zurück zur ker­nigen Jung­skultur zwi­schen Pub und Pom­mes­bude. Dank Wayne Rooney waren Männer wieder Männer.

In stark kon­tras­tie­rendem Umfeld ist der­zeit eine neue Vari­ante des Rooney-Effekts am Werk. Der Stür­mer­star und seine Frau Col­leen bauten sich ein Anwesen in Cheshire im idyl­li­schen Umland von Man­chester. Das zuvor auf dem Grund­stück ste­hende Haus hatten sie kur­zer­hand abreißen lassen. Weil es ihm andere Fuß­ball­profis nachtun, fürchten alt­ein­ge­ses­sene Dörfler, dass nun weite Teile des Häu­ser­be­stands der nord­eng­li­schen Graf­schaft unter Bagger geraten.

Berichten in der bri­ti­schen Presse zufolge orga­ni­sieren sie jetzt eine lokale Volks­be­fra­gung, um ihren Unwillen gegen die stein­rei­chen Platt­ma­cher aus­zu­drü­cken. Eine bin­dende Wir­kung hat dieses Refe­rendum natür­lich nicht. Vor dem Abriss sicher sind nun einmal nur denk­mal­ge­schützte Gebäude. Die Bürger von Cheshire stemmen sich gegen den Rooney-Effekt. Doch der Bull­dozer ist nicht zu stoppen.