Alfredo di Sté­fano / ca. 350.000 Euro
Der Argen­ti­nier, zwi­schen­zeit­liche Kolum­bianer und schließ­lich Spa­nier, unter­schrieb 1953 für jeweils vier Jahre bei FC Bar­ce­lona – und bei Real Madrid. San­tiago Ber­nabeu und Pepe Sami­tier wollten aller­dings beide nicht ihren Gold­fang aus Süd­ame­rika los­lassen und ent­schieden, dass di Sté­fano abwech­selnd eine Saison für Bar­ce­lona und eine Saison für Real spielen sollte. Los ging es bei Real, Ber­nabeu ließ di Sté­fano jedoch so schlecht auf dem Platz aus­sehen, dass Sami­tier die Lust an seinem ver­meint­li­chen Glücks­griff verlor und ihn Madrid über­ließ. Ein großer Fehler, denn fortan führte Alfredo die Sté­fano die König­li­chen zu acht Meis­ter­schaften und fünf Titeln im Euro­pa­pokal der Lan­des­meister. Di Sté­fanos Transfer ver­tiefte anschlie­ßend die lei­den­schaft­lich geführte Riva­lität der beiden Ver­eine.



Ferenc Puskas / –

Die groß­ar­tige Kar­riere von Ferenc Puskas schien spä­tes­tens 1956 schon vorbei, bevor sie über­haupt erst richtig ange­fangen hatte. Bis zur WM 1954 hatte der geniale Stürmer einige Pri­vi­le­gien genossen, durfte unter anderem wert­volle Uhren über die Lan­des­grenzen schmug­geln, die Staats­macht drückte beide Augen zu. Nach der Final­nie­der­lage gegen Deutsch­land verlor selbst Puskas seine der Pro­mi­nenz geschul­deten Vor­teile, nach dem Volks­auf­stand 1956 nutzte er eine Gele­gen­heit zur Flucht nach Wien. Die fuß­bal­le­ri­sche Kar­riere schien vorbei, bis sich Real Madrid und San­tiago Ber­nabeu mel­deten und den Exil-Ungarn nach Spa­nien lockten. Eine durchaus gewinn­brin­gende Idee: an der Seite von Alfredo di Ste­fano schoss Puskas unglaub­liche 155 Tore in 179 Spielen und avan­cierte zu einem der besten Fuß­baller aller Zeiten.

Paul Breitner / unbe­kannt
Auch Paul Breitner spielte drei Jahre für die König­li­chen, einer seiner Team­kol­legen war Gün­ther Netzer. Auf­sehen erregte in diesem Fall nicht der Wechsel zu Real Madrid, son­dern sein Abschied von König­li­chen“. Breitner wurde zweimal spa­ni­scher Meister aber seine Frau plagte das Heimweh, und so sah er sich nach einem neuen Verein in Deutsch­land um. Geld regierte auch schon in den Sieb­zi­gern die Welt und so wech­selte Paul Breitner 1977 zu Ein­tracht Braun­schweig, wo Günter Mast dank seines Jäger­meister-Impe­riums 1,6 Mil­lionen Mark Ablöse für Breitner locker machen konnte. Kein anderer deut­scher Verein war bereit diese Summe für einen Spieler zu bezahlen.

Bernd Schuster / unbe­kannt

Der Transfer von Bernd Schuster zu Real Madrid war schon des­halb unge­wöhn­lich, da der blonde Engel“ zuvor acht Jahre lang beim großen Kon­kur­renten FC Bar­ce­lona die Kno­chen hin­ge­halten hatte. Der Deut­sche und seine knüp­pel­harte Mana­gerin und Ehe­gattin Gaby war das Schnurz, der Wechsel voll­zogen. Das wurde Schuster zwar übel genommen, doch blieben die Anfein­dungen im Ver­gleich zu diversen Wurf­at­ta­cken auf andere wech­sel­wil­lige Super­stars (siehe unten) relativ harmlos.

Davor Suker / 11 Mil­lionen Euro
Der Kroate bal­lerte sich erst fröh­lich fünf Jahre lang beim FC Sevilla durch die spa­ni­sche Liga (76 Tore in 153 Spielen), ehe er bei der Euro­pa­meis­ter­schaft in Eng­land zum Super­star avan­cierte. Unver­gessen sein Tor im Vier­tel­fi­nale gegen Deutsch­land, als er dem später zum Welt­tor­hüter aus­ge­zeich­neten Andreas Köpke mit einer feinen Kör­per­täu­schung den Ball vor den Füßen weg­strei­chelte und so zum zwi­schen­zeit­li­chen 1:1 traf. Das Sprung­brett EM 96 kata­pul­tierte Suker schließ­lich für knapp 11 Mil­lionen Euro zu Real Madrid, angeb­lich hatten sich auch Bayern Mün­chen und Werder Bremen um den Kroaten mit den feinen Füß­chen bemüht, waren bei der gefor­derten Ablö­se­summe aber in die Knie gegangen. Für Madrid traf Suker in 86 Spielen 38-mal das Tor, 1999 wurde schließ­lich für 5,4 Mil­lionen Euro zum FC Arsenal trans­fe­riert.

Bodo Ill­gner / 2 Mil­lionen Euro
Wohl dem, der eine Bianca Ill­gner als Bera­terin zur Seite hat. Die Ehe­frau von Welt­meister Bodo Ill­gner galt spä­tes­tens nach den zweiten Ver­trags­ver­hand­lungen mit Real Madrid als die legi­time Nach­fol­gerin von Gaby Schuster. Vier Tage waren in der Saison 1996/97 bereits gespielt, als die Ill­gners den über­ra­schenden Transfer des Tor­hü­ters vom 1. FC Köln zu den König­li­chen“ bekannt gaben. Rund vier Mil­lionen D‑Mark musste Real für den 1,90-Meter-Mann hin­legen, Trainer Capello hatte einen Narren an dem Deut­schen gefressen. Der kas­sierte fortan fürst­liche zwei Mil­lionen D‑Mark jähr­lich, Anfang des Jahres 1999 wurde Ill­gners Ver­trag gar um drei Jahre ver­län­gert, die sich bezahlt machten: 10 Mil­lionen D‑Mark musste Madrid dafür über­weisen. Ill­gner aber, im Herbst seiner Kar­riere ange­kommen, ver­letzte sich Ende des Jahres schwer an der Schulter und kam nie mehr richtig zurück. Für ihn spielte ein gewisser Iker Cas­illas, dessen Ver­pflich­tung die Ver­ant­wort­li­chen keinen Cent gekostet hatte: er kam aus der eigenen Jugend. Erst 2002 kün­digte Ill­gner den Ver­trag im bei­der­sei­tigen Ein­ver­nehmen“ mit Real auf. Bis dahin war er längst zum best­be­zahlten Ersatz­tor­wart der Welt geworden.

Luis Figo / 60 Mil­lionen Euro

Fünf Jahre hatte Figo für den FC Bar­ce­lona gespielt, wurde dort zu einem der bekann­testen Fuß­ball-Spieler der Welt. Doch nach der EM 2000, bei der Figos Por­tu­giesen unter anderem Deutsch­land mit 3:0 abfrüh­stückten, gab er den über­ra­schenden Wechsel zu Real Madrid bekannt. Den Madri­lenen war der schöne Figo 60 Mil­lionen Euro wert, ein Rekord-Transfer. Seine Beliebt­heit in Kata­lo­nien sank dagegen rapide: Noch zwei Jahre nach seinem Wechsel bekam Figo den Groll der Barca-Fans zu spüren, bei einem Spiel im Nou Camp wurde er beim Ver­such einen Eck­ball für Real zu treten mit einem Span­fer­kel­kopf beworfen.

Ronaldo / 45 Mil­lionen Euro
Il Feno­meno“, das Phä­nomen, war zur Jahr­tau­send­wende fast schon weg vom Fenster. Die groß­ar­tige Kar­riere die Genies aus Bra­si­lien schien vor dem Aus zu stehen, eine wid­rige Knie-Ver­let­zung hin­derte Ronaldo daran seine Fans auf dem Platz zu begeis­tern. Nach 17 Monaten Pause konnte er am 20. Sep­tember 2001 im Uefa-Cup sein Come­back für Inter Mai­land geben und wahrte dem ita­lie­ni­schen Klub mit sieben Toren in zehn Spielen bis zum letzten Spieltag der Saison die Chance auf den scu­detto“, durch ein 2:4 gegen Lazio Rom verlor Inter aller­dings das Rennen um die Meis­ter­schaft, Juve durfte feiern. Bei der WM 2002 erschien Ronaldo mit frag­wür­diger Frisur, aber in Top­form und schoss sein Land zum WM-Titel und sich erneut zum Welt­fuß­baller des Jahres. Jetzt konnte Real Madrid nicht mehr an sich halten, die Galak­ti­schen“ wären ohne Ronaldo in der Angriffs­zen­trale bloß eine irdi­sche Posse geblieben. Für 45 Mil­lionen Euro wech­selte der Stürmer zur Saison 2002/03 nach Spa­nien, holte 2002 noch den Welt­pokal (wobei er ein Tor selber bei­steu­erte) und avan­cierte, wie von ihm erwartet, zur Tor­ma­schine aus Madrid. 83 Treffer in 127 Spielen spre­chen für sich. Nach der WM 2006 begann der Stern des Phä­no­mens merk­lich zu sinken, auch in der spa­ni­schen Haupt­stadt. 2007 ließ er sich zum AC Mai­land trans­fe­rieren.

David Beckham / 35 Mil­lionen Euro

Nach David Beckham wurde gar ein eigenes Gesetz benannt, als er im Juli 2003, für 35 Mil­lionen Euro, von Man­chester United zu Real Madrid wech­selte. Die Lex Beckham“ regelt seitdem den Steu­er­satz von Aus­län­dern, die der Arbeit wegen zu einem Unter­nehmen (also auch: Verein) nach Spa­nien ziehen. Bis heute wird gemun­kelt, dass die Ver­pflich­tung Beck­hams eher als großer Mar­ke­ting-Effekt berechnet und nicht in seiner sport­li­chen Leis­tung begründet war. Schließ­lich ver­kauften sich die Tri­kots mit seinem Namen und der 23, wie geschnitten Brot, nach nur einem Tag war das erste Kon­tin­gent kom­plett aus­ver­kauft. 

Ziné­dine Zidane / 78, 5 Mil­lionen Euro

Es sollte für acht lange Jahre der teu­erste Transfer der Welt sein. Für 78,5 Mil­lionen Euro wech­selte Ziné­dine Zidane von Juventus Turin zu den König­li­chen“ und unter­schrieb hier einen Vier­jah­res­ver­trag. Mit Figo und Zidane begann die Ära der Galak­ti­schen“. Nach seinem Kar­rie­re­ende 2006 blieb Zidane Real als Berater erhalten, für das sport­liche Erbe ist eben­falls gesorgt: in seinem Sohn Enzo wächst ein neuer poten­ti­eller Galak­ti­scher heran.