Manuel Neuer
Biss­chen schade ist das schon mit Manuel Neuer. Da kann der Typ im Tor fast alles, ihm dabei zuzu­gu­cken, macht ähn­lich viel Spaß, wie seinen offen­siven Kol­legen bei der Ball­strei­chelei – und dann pas­siert ein­fach nichts. Erst im Elfmt­erschießen schossen die Dort­munder end­lich mal aufs Tor und selbst dort dann so halb­herzig, dass es den Welt­tor­hüter nicht wirk­lich her­aus­for­derte, Ben­ders Ver­such zu parieren. Neuer bei den Bayern, das ist so, als wenn mit einer Ster­ne­kö­chin ver­hei­ratet ist und man nichts essen darf, weil man gegen die all die schönen Gerichte all­er­gisch ist. So bleiben uns nur die Lob­hu­de­leien auf Neuers tak­ti­sches Geschick in der Vor-Vor-Chan­cen­ver­ei­te­lung und ein aner­ken­nendes Nicken, ob seiner schon bis zum Erbre­chen gefei­erten Fer­tig­keiten mit dem Ball am Fuß. 11FREUNDE for­dert die Stürmer dieser Welt: Haut dem Mann in der neuen Saison mal ein paar mehr Bälle auf den Kasten, wir ham bezahlt und wolln was sehn!

Philipp Lahm
Ver­mut­lich könnte Guar­diola Lahm auch mor­gens um drei Uhr aus dem Bett klin­geln und ihn im Pyjama auf den Rasen schi­cken, so ein Finale spielt der Welt­meister von 2014 inzwi­schen selbst im Halb­schlaf sou­verän runter. Möge dem Autoren in der Hektik der Pro­duk­tion dieser Kritik ver­ziehen sein, dass er sich viel­leicht ver­zählt hat, aber exklu­sive zweier gewon­nener A‑Ju­gend-Meis­ter­schaften stand Lahm als Senior bis­lang in 16 ver­schie­denen End­spielen, WM, EM, Cham­pions League, solche Bre­cher. Und natür­lich zeigte Lahm auch gegen Dort­mund eine tadel­lose Dar­bie­tung. Diese robo­ter­hafte Leis­tungs­fä­hig­keit hat dem Bayern-Kapitän viel­leicht nicht die Herzen der Fans zufliegen lassen, dafür aber bereits mehr Edel­me­tall als Gold­grä­bern in Klon­dike. Und ist es nicht letzt­lich das, was für einen Pro­fi­fuß­baller zählt?

Jerome Boateng
Das wirk­lich Erstaun­liche an Jerome Boateng in den ver­gan­genen Tagen ist ja nicht seine über­ra­gende Leis­tung im Finale. Seine lässig gewon­nenen Duelle gegen Pierre-Eme­rick Aub­ameyang, einen der besten Stürmer der Bun­des­liga. Diese Mischung aus kör­per­li­cher Schrank­haf­tig­keit und tech­ni­scher Ele­ganz. Son­dern, dass es Jerome Boateng tat­säch­lich für nötig befand, seinem bal­digen Mit­spieler Mats Hum­mels via Presse mit­zu­teilen, wer der Chef im baju­wa­ri­schen Abwehr­ver­bund sei. Ganz ehr­lich, lieber Jerome Boateng: das brauchte es nicht. Selbst Mats Hum­mels dürfte nach diesem End­spiel ein­ge­sehen haben, dass es im deut­schen Fuß­ball nur einen Ver­tei­diger gibt, an dem es im Moment kein Vor­bei­kommen gibt: und das ist Jerome Boateng. Gra­tu­la­tion dazu. Ach ja: und auch zum Pokal­sieg.

Joshua Kim­mich
Gehen wir doch mal ein Jahr zurück. Da hatte Joshua Kim­mich noch nicht einen Ein­satz für den FC Bayern gemacht. Schwierig natür­lich auch des­halb, weil er da noch bei RB Leipzig unter Ver­trag stand und sich seine Sporen in der zweiten Liga ver­diente. In nur einem Jahr ist aus diesem Zweit­liga-Talent ein Innen­ver­tei­diger beim FC Bayern geworden, der tat­kräftig mit­ge­holfen hat, das Double zu gewinnen und bei der EM in Frank­reich ver­mut­lich im deut­schen Kader stehen wird. Irre. Zumal Kim­mich nicht mal im Pokal­fi­nale zumin­dest ein wenig Ner­vo­sität offen­barte und so abge­klärt seinen Stiefel her­un­ter­spielte, als würde er nach dem End­spiel mit einem Strauß Blumen und einer hand­ge­bas­telten Bernie-Plastik für 450 Pflicht­spiele geehrt werden. Viel­leicht war Kim­mich zwi­schen 11 und 13 Navy Seal oder Spion des rus­si­schen Geheim­dienstes, anders ist so viel Cool­ness nicht zu erklären. Würden wir ihm glatt zutrauen.