Auf­atmen auf Schalke. Oder zumin­dest: durch­atmen. Das Schlimmste scheint vor­erst abge­wendet. Denn wie Bild und Spiegel ver­melden, hat sich die DFL trotz der unsi­cheren Fort­set­zung der Saison mit den Rech­te­inha­bern auf die Zah­lung zumin­dest eines Groß­teils der noch aus­ste­henden Fern­seh­gelder geei­nigt. Auch wenn die DFL eine ver­trag­liche Fixie­rung demen­tierte: Die Aus­sicht, zeitnah Ein­nahmen in Höhe von rund 16 Mil­lionen Euro zu erhalten, dürfte bei den Schalker Ver­ant­wort­li­chen für einige Erleich­te­rung sorgen.

In den ver­gangen Wochen hatten sie wie­der­holt betont, wie ernst, gar exis­tenz­be­dro­hend die aktu­elle Lage für den FC Schalke 04 sei. Doch eine end­gül­tige Ret­tung ist die Zah­lung der Fern­seh­gelder mit­nichten. Das hatte der Klub unlängst zuge­geben, als er seine Ticket- und Dau­er­kar­ten­in­haber über die Moda­li­täten mög­li­cher Rück­erstat­tungen infor­mierte. Denn unab­hängig von einer Fort­set­zung der Saison und den damit ver­bun­denen TV-Ein­nahmen, hieß es da, stehe der Verein aktuell vor einer poten­ziell exis­tenz­be­dro­henden wirt­schaft­li­chen Situa­tion“.

Die Dis­kus­sion kommt den Ver­ant­wort­li­chen nicht unge­legen

Und mit der Angst um die Exis­tenz geht auch wieder einmal ein Gespenst um in Gel­sen­kir­chen – das Gespenst der Aus­glie­de­rung. Auch wenn die Ver­ant­wort­li­chen der­zeit noch abwie­geln. Mar­ke­ting-Vor­stand Alex­ander Jobst warnte sogar unlängst davor, eine Aus­glie­de­rung mit dem jet­zigen Liqui­di­täts­eng­pass zu kop­peln oder in einen kau­salen Zusam­men­hang zu stellen.“ Auch Jobsts Vor­stands­kol­lege Peter Peters, zuständig für Finanzen, prä­sen­tierte sich kurz nach dem Oster­fest als Meister des Eier­tanzes, als er zu einer mög­li­chen Aus­glie­de­rung der Pro­fi­ab­tei­lung sagte: Wir machen uns alle Gedanken, ich per­sön­lich habe damit nicht voll­ständig abge­schlossen. Wir werden das in den Gre­mien zu erör­tern haben.“ Aber natür­lich sei Schalke ein leben­diger Verein, der die Größe und Stärke hat, das zu dis­ku­tieren“.

Dass Schalke nun mitten in dieser Dis­kus­sion um die eigene Rechts­form steckt, scheint den Ver­ant­wort­li­chen zumin­dest nicht unge­legen zu kommen. Bereits im ver­gan­genen Oktober hatte Jobst im Ver­eins­ma­gazin Schalker Kreisel sinn­gemäß gesagt, dass sich zum ein­ge­tra­genen Verein nur die­je­nigen bekennen könnten, die bei mehr­ma­ligem Ver­passen des inter­na­tio­nalen Geschäfts auch lang­fristig damit zufrieden wären, jede Saison mit Platz zehn bis zwölf abzu­schließen. Und auch Peters wies auf die Auf­gabe hin, den Verein nach der Krise wieder erfolg­reich zu gestalten“ und warf dabei die Frage nach modernen Struk­turen“ auf.

Mit­hilfe einer Leit­bild- und Wer­te­kom­mu­ni­ka­tion besteht ein her­aus­ra­gendes Poten­tial, aus den Errun­gen­schaften der Tra­di­tion ein sicheres Fun­da­ment für die Zukunft zu gießen.“

Raphael Brinkert

Sind die Struk­turen eines ein­ge­tra­genen Ver­eins für ein Unter­nehmen mit Mil­lio­nen­um­sätzen also nicht mehr zeit­gemäß? Raphael Brin­kert, Schalke-Fan und einer der bekann­testen Sport­mar­ke­ting-Unter­nehmer Deutsch­lands, ist fest vom Gegen­teil über­zeugt. Für Brin­kert, der in der Ver­gan­gen­heit auch schon mit dem Verein zusam­men­ge­ar­beitet hat, ist der e.V. sogar die Ein­zig­ar­tig­keit des FC Schalke 04“. 

In einer sich ver­än­dernden Fuß­ball­welt gebe es nur zwei Mög­lich­keiten, sich im immer här­teren Wett­be­werb zu behaupten: Durch mas­siven sport­li­chen Erfolg oder durch einen ein­zig­ar­tigen Wer­te­kanon mit einem ein­zig­ar­tigen Ver­eins­ver­spre­chen. Sport­lich wird Schalke auch bei Abbau aller Ver­bind­lich­keiten einer immer stär­keren Kon­kur­renz aus­ge­setzt sein. Aber mit­hilfe einer Leit­bild- und Wer­te­kom­mu­ni­ka­tion besteht ein her­aus­ra­gendes Poten­tial, aus den Errun­gen­schaften der Tra­di­tion ein sicheres Fun­da­ment für die Zukunft zu gießen.“