Der FK Pane­vėžys ist zwar noch keine Größe im euro­päi­schen Fuß­ball, hat aber die Ambi­tion, das zu ändern. Da kommt dem Klub Barkley Miguel Panzo gerade recht, denn der 25-Jäh­rige Mit­tel­stürmer bringt nicht nur inter­na­tio­nale Erfah­rung auf das Spiel­feld – er ist laut seiner Wiki­pedia-Seite auch einer der besten Tor­schützen aller Zeiten bei den Queens Park Ran­gers.

45 Tore in 36 Spielen will der damals 18 Jahre junge Panzo für die Lon­doner erzielt haben. Damit wäre er der fünft­beste in der ewigen Tor­jä­ger­liste von QPR, bei einer Quote, die selbst Gerd Müller nei­disch machen würde. Wahr­schein­lich um dem großen Andrang von Ange­boten und Spon­so­ren­of­ferten zu ent­gehen, wech­selte er danach in die fünfte fran­zö­si­sche Liga. Er spielte für ver­schie­dene Klubs in der National 3“ (laut seiner Wiki­pedia-Seite sehr erfolg­reich, was aller­dings sonst keiner so gesehen hat) und wech­selte in die ein­zige Liga, die jetzt noch eine Her­aus­for­de­rung für ihn dar­stellen konnte: die schwe­di­sche 3. Liga. 

Gott wird Men­schen auf meinen Weg bringen, die an mein Poten­zial glauben.“

Zur glei­chen Zeit begann für ihn das Aben­teuer Natio­nal­mann­schaft – zumin­dest laut seinem Twit­ter­ac­count und seiner Wiki­pedia-Seite. Panzo hat laut offi­zi­eller Seite nie für Angola gespielt, aller­dings zeigt eines seiner Postings ihn mit Mann­schafts­ka­me­raden in dem Trikot der afri­ka­ni­schen Repu­blik. Somit möchte man ihm auch nicht unter­stellen, dass er lügt, aber die Frage erlaubt sein, in wel­chen drei Spielen er auf dem Platz gestanden haben soll. Auch das er bei QPR unter Ver­trag stand ist nicht falsch – es wurde bloß die Jugend­mann­schaft mit dem Pre­mier League Team ver­tauscht und die Dauer seines Auf­ent­halts auf zwei Jahre hoch­ge­schraubt. Gut, und die Anzahl der Tore sowie Spiele sind frei erfunden.

Sein neuer Verein ist den­noch von dem Mit­tel­stürmer mit der aus­schwei­fenden Phan­tasie über­zeugt: Wir möchten darauf hin­weisen, dass der Ver­trag basie­rend auf den gezeigten Fähig­keiten im Trai­ning und wäh­rend der Test­spiele unter­zeichnet wurde und nicht durch die Angaben auf der Wiki­pedia-Seite von Barkley“, heißt es auf der Inter­net­seite von FK Pane­vėžys. Mitt­ler­weile wurden auch die Leis­tungs­daten auf der Wiki­pedia-Seite von Panzo kor­ri­giert: Der einst so tor­ge­fähr­liche Stürmer kommt nun ledig­lich auf 25 Tore in 82 Ein­sätzen (dar­unter kein ein­ziger Pre­mier League Ein­satz). Und kein Auf­tritt in der Natio­nal­mann­schaft.

Einst schrieb Panzo auf Twitter: Gott wird Men­schen auf meinen Weg bringen, die an mein Poten­zial glauben.“ Mit Bro­nius Vai­tie­kūnas, dem Prä­si­denten von FK Pane­vėžys, hat er jetzt einen gefunden. Und dafür hätte es wahr­schein­lich nicht einmal einen geschönten Lebens­lauf gebraucht.