Rainer Ohl­hauser, mit dem 1000. Bun­des­liga-Sieg haben die Bayern eine wei­tere his­to­ri­sche Marke geknackt. Sie waren beim aller­ersten mit dabei. Erin­nern Sie sich?
Das war in der Saison 1965/66. Wir waren gerade erst­mals in die Bun­des­liga auf­ge­stiegen und hatten das erste Spiel gegen 1860 ver­loren. Aber schon am nächsten Spieltag konnten wir, wieder im Grün­walder Sta­dion, Ein­tracht Frank­furt 2:0 schlagen. 

Sie haben dafür den Grund­stein gelegt.
Wenn man so will, ja. Ich weiß natür­lich noch, dass ich damals das 1:0 geschossen habe. Dass es gleich­zeitig auch noch unser erstes Tor in der Bun­des­liga war, wurde aber erst im Nach­hinein etwas Beson­deres. In dem Moment war nur wichtig, dass wir in Füh­rung gegangen sind. Der Rudolf Naf­ziger hat den Sack dann zuge­macht.

War das 2:0 gegen Frank­furt Ihr bis dahin schönster Sieg?
Er gehört sicher­lich dazu. Das war schon ein außer­ge­wöhn­li­ches Gefühl für uns. Wir waren schließ­lich alle blut­junge Kerle, die gerade erst frisch in die Bun­des­liga auf­ge­stiegen waren. Die ersten zwei Jahre hatten wir nur als Zuschauer erlebt. Bei 1860 war ich ab und zu als Zuschauer im Sta­dion und muss sagen, dass mir das immer sehr impo­niert hat.

Dass dem FC Bayern eine derart glor­reiche Zukunft bevor­stand, war wohl noch nicht zu erwarten.
Nein, das Gefühl hatten wir noch nicht. Wir waren ein­fach junge Bur­schen und haben uns dar­über gefreut, dass wir anschei­nend ganz gut Fuß­ball spielen können. Und noch mehr dar­über, dass wir auch gewinnen können. Für das Selbst­ver­trauen war der erste Sieg natür­lich ent­schei­dend. Aber auch nach der ersten Saison ahnte wohl noch keiner, was mal aus den Bayern werden würde.

Was ist 999 Siege später der ent­schei­dende Unter­schied?
Wenn Bayern Mün­chen heute auf den Platz geht, dann rechnet eigent­lich jeder damit, dass die Mann­schaft das Spiel auch gewinnt. Das ist wohl der größte Unter­schied zu damals. In unserer ersten Saison war das noch nicht so selbst­ver­ständ­lich. Mitt­ler­weile sind sie ja so domi­nant, dass eine Nie­der­lage in der Bun­des­liga schon eine große Über­ra­schung ist.

Müller und Ohl­hauser oder Müller und Lewan­dowski?
Naja, Müller und Ohl­hauser hat als Kom­bi­na­tion ganz gut funk­tio­niert (lacht). Wir sind viel­leicht etwas anders zum Erfolg gekommen, aber wir haben auch unsere Tore gemacht.

Etwa 50 Jahre haben die Bayern für ihre 1000 Siege gebraucht. Brau­chen sie für die nächsten 1000 nochmal so lang?
Das glaube ich nicht. Eine Schwä­che­phase ist ja kaum abzu­sehen. Wenn sie sich beeilen, erlebe ich die nächsten 1000 auch noch.